Die Kolpingsfamilie Höchstadt hat an sechs Orten der Stadt Sammelbehälter für alte oder kaputte Handys aufgestellt. Was es damit auf sich hat erklären Marga Labandowsky und Christoph Heitzer.
Wie schnell gehen Handys kaputt, sind veraltet und werden durch neuere, bessere Geräte ersetzt. Über 124 Millionen ausgediente Handys verstauben in deutschen Schubladen, schätzt die Missio, das internationale katholische Missionswerk. Experten zu Folge befinden sich ungefähr 2,4 Tonnen Gold in den Geräten sowie andere Edelmetalle, die wiederverwertet werden könnten.
Nachhaltigkeit für Umwelt
Genau das will die Missio in Kooperation mit dem Kolpingwerk Deutschland mit ihrer Aktion "Handys recyceln - Gutes tun" auch in Höchstadt erreichen. Sechs Sammelbehälter warten auf die alten Handys, die dann von der Firma Mobile-Box wieder verwertet werden.
Ein Teil des Gewinns wird an Hilfsprojekte wie zum Beispiel ein Trauma-Zentrum für Bürgerkriegsflüchtlinge im Kongo gespendet. "So können wir nachhaltig handeln und etwas für die Umwelt tun. Außerdem kann man so auch noch etwas Gutes tun", erklärt Marga Labandowsky, die sich als Mitglied der Kolpingsfamilie Höchstadt sehr für das Projekt einsetzt.
An insgesamt sechs Standorten befinden sich die Sammelboxen. "Das Fitnessstudio Clever-fit hat sich gleich dazu bereiterklärt, eine der Boxen aufzustellen", sagt Christoph Heitzer von der Kolpingsfamilie Höchstadt. "Wir haben den Sammelbehälter im Eingangsbereich aufgestellt, damit Leute die nicht bei uns Mitglied sind auch ihre alten Handys in die Sammelbox einwerfen können", sagt Andreas Gebhardt. "Das ist eine tolle Sache", meint seine Frau Pavla.
Hilfe für Menschen in Afrika
Die Bestandteile werden dann von der Firma Mobile-Box in München, die sich auf das Recycling von Handys spezialisiert hat, ausgebaut, wieder verwertet oder weiter verkauft, erklärt Heitzer. "Es ist egal, ob die Handys kaputt sind oder noch funktionieren. Jedes hilft."
Durch die Spenden und das Recycling der Handys erhält die Missio München einen Anteil des Gewinns und unterstützt damit die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo. Dort kämpfen bewaffnete Milizen um Bodenschätze, wie Coltan, das auch in unseren Handys verbaut ist. Das führt zu grausamen Kämpfen, die durch den illegalen Verkauf von Coltan finanziert werden. Durch die Missio-Projektpartnerin Thérèse Mema wird den Menschen dort zum Beispiel auch durch Seelsorge geholfen.
"In die Sammelaktion für die Handys habe ich schon viel Arbeit rein gestreckt", sagt Labandowsky und lächelt. Es sei schwierig gewesen Sammelstellen zu finden. "Bei einigen Geschäften habe ich gleich eine Absage bekommen."