In Höchstadt tut sich was für die Entspannung des Wohnungsmarktes. In seiner Sitzung am Montagabend segnete der Stadtrat gleich zwei projektbezogene Bebauungspläne ab: den Bau von 32 Reihenhäusern auf dem Areal des ehemaligen Edeka-Marktes an der B 470 in Höchstadt-Süd und die Errichtung einer Wohnanlage am Kieferndorfer Weg gegenüber dem Aischpark-Center.

Keine einhellige Entscheidung gab es über die Reihenhausriegel in verdichteter Bauweise auf dem Gelände des Einkaufsmarktes am Greiendorfer Weg. Hier hielten einige Räte an ihren Bedenken fest und lehnten den Bebauungsplan ab. Nach kontroverser Diskussion gab es trotzdem eine 16:8-Mehrheit für die 32 Reihenhäuser auf dem 7500 Quadratmeter großen Gelände. Projektiert und gebaut werden die Häuser von der Erlanger Firma HBP, hinter der der Immobilienentwickler Sontowski & Partner und die Unternehmensgruppe Mauss stehen.

CSU-Fraktionssprecher Alexander Schulz griff von den zahlreich abgegebenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange die von der Regierung von Mittelfranken heraus, die die Stadt anmahnte, einen "plausiblen Bedarfsnachweis" für Wohnlandbauflächen zu liefern. "Wir sollten endlich mal den Bedarfsnachweis machen, um das Thema vom Eis zu kriegen", forderte Schulz.

Bedenken hatte auch die benachbarte Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft angemeldet. Ihr Leiter Martin Oberle (JL), auch Stadtrat in Höchstadt, warnte schon des öfteren vor den Lärmbelästigungen, die von den Versuchsteichen ausgehen. Vor allem wenn nachts die Belüfter laufen, um den Teichen Sauerstoff zuzuführen. "Irgendwann kommen Probleme mit den Anwohnern wegen Lärm", war sich Stadtrat Günther Geyer (CSU) sicher und fürchtete, die Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft könnte dann von Höchstadt abziehen.

Geyer lehnte den Bebauungsplan für die 32 Wohnhäuser ebenso ab wie Christian Beßler (AfD). Für ihn hat die geplante Wohnbebauung an der Bundesstraße nichts verloren.

Wie Bürgermeister Gerald Brehm (JL) betonte, regle der Bebauungsplan ganz klar, dass die künftigen Bewohner der neuen Häuser die Belastungen der Fischereischule in Kauf nehmen müssen.

Die ablehnende Haltung der drei Grünen-Vertreter im Rat erläuterte Peter Winkler. Vor dem Hintergrund, Wohnen und Gewerbe zu entflechten, möchte er keine Wohngebäude neben der B 470.

Idealer Standort für die Wohnanlage

Einhellige Zustimmung aller Räte erhielt dagegen der Bebauungsplan für die Wohnanlage am Kieferndorfer Weg gegenüber dem Aischpark-Center. Hier plant das Forchheimer Unternehmen Projekt Bauart eine Wohnanlage mit geförderten Wohnungen, einem Apartment-Hotel und einer von der Caritas betriebenen Tagespflege mit mobilem Pflegestützpunkt.

In der Diskussion nahm Bürgermeister Brehm die Anregung von CSU-Sprecher Schulz auf, im Zuge des Bauvorhabens auch die Radwegsituation am Kieferndorfer Weg zu verbessern. Brehm erklärte, den Kieferndorfer Weg kurz- bis mittelfristig ausbauen zu wollen. "Einstimmig angetan" von der Planung zeigte sich die Junge Liste, wie ihr Sprecher Michael Ulbrich sagte. Der Kieferndorfer Weg sei für die Wohnanlage der ideale Standort. Mechthild Weishaar-Glab (SPD) sieht hier "ein Projekt, das funktioniert". Für die Grünen begrüßte Andreas Popp das Bauvorhaben, allerdings wünschte er sich einige Auflagen, wie eine Zisterne.

Wie Geschäftsführer Thomas Siebenhaar vom Forchheimer Investor in der Sitzung erklären durfte, wolle man mit Geothermie heizen und die Dächer begrünen. Kritisch sieht der Bürgermeister aber Siebenhaars Wunsch, für kleine Apartments die Zahl der vorgeschriebenen Kfz-Stellplätze von 1,5 auf 1 zu reduzieren.