Er hat den Landkreis Erlangen-Höchstadt geprägt wie kein anderer. Nicht nur, weil Franz Krug (CSU) mit seiner Amtszeit von 24 Jahren als Landrat bislang am längsten an der Spitze stand, sondern auch, weil der 1972 neu geformte Landkreis Erlangen-Höchstadt bei Krugs Amtsübernahme gerade mal sechs Jahre alt war. Krug oblag die nicht einfache Aufgabe, das noch junge, bei der Gebietsreform vereinte Gebilde zu einer Einheit zu führen.
Anlässlich seines 80. Geburtstages am 26. März richtete der Landkreis dem Altlandrat jetzt nachträglich einen Empfang im Höchstadter Schloss aus, an dem Krug sichtlich Gefallen fand. Das zeigten zumindest Gestik und Mimik des Jubilars beim Wiedersehen mit seinen einstigen Weggefährten und Mitstreitern.

Den offiziellen Part übernahmen der amtierende Landrat Alexander Tritthart, Staatssekretär Stefan Müller und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (alle CSU), die sicher auch freundschaftliche Bande mit dem Altlandrat verbinden. Gleiches kann man voraussetzen bei Krugs Parteifreunden, dem Landtagsabgeordneten Walter Nussel, Christa Matschl, Bezirksrätin Ute Salzner und den anwesenden Bürgermeistern, allen voran Hausherr Gerald Brehm (FW).
Aber auch Krugs Nachfolger Eberhard Irlinger, Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann und stellvertretender Landrat Christian Pech, alle von der SPD, gaben dem Jubilar die Ehre. Ein ebenfalls "alter Bekannter", Thomas Fink, sorgte für die musikalische Umrahmung.
"Wir profitieren noch heute", sagte Landrat Tritthart, von dem, was Krug als Landrat einst in die Wege geleitet und entwickelt habe. Tritthart führte die Sozialstationen, die Seniorenpolitik, den öffentlichen Personennahverkehr und umfassende Verbesserungen am Kreiskrankenhaus an. Große Verdienste habe sich Krug im Natur- und Umweltschutz erworben.

Mit viel Leidenschaft

Als "Pionierleistung" bezeichnete er Krugs Abfallkonzept mit Recyclinghof, Wertstoffsammlungen und Kompostieranlage. Ganz besonders sei Krug jedoch die Bildung am Herzen gelegen: Die Schulen seien erweitert und modernisiert und in Eckental ein neues Gymnasium geschaffen worden.
Staatssekretär Stefan Müller erinnerte sich an "die Leidenschaft, mit der du für Themen, die dir wichtig waren, gestritten und andere überzeugt hast". Krug sei wichtig gewesen, "dass wir diesen Landkreis zukunftsfähig gestalten". Heute zähle der Landkreis zu den wirtschaftsstärksten und erfolgreichsten in Bayern, ja in ganz Deutschland.
In dieses Lob konnte Innenminister Herrmann nur einstimmen. Von der "prächtigen Entwicklung" des Landkreises habe auch die Stadt Erlangen profitiert. Krug sei es zu danken, dass der Landkreis zusammengewachsen sei. "Er war ein Landrat, bei dem sich niemand benachteiligt fühlte." Krug habe immer klare Positionen vertreten, Entscheidungen zügig getroffen. "Hatte er entschieden, dann wusste jeder: Das ist jetzt so!" Und das sei auch nicht mehr in Frage gestellt worden.