Viele Wirte wollen die geplante Steuersenkung in der Gastronomie nicht an die Gäste weitergeben. Ein fränkisches Lokal erklärt, wieso.
Eine Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie, wie es sie bereits zu Corona-Zeiten gab, ist schon länger in der Diskussion. Vor kurzem hat nun der Bundestag die Steuersenkung beschlossen, der Bundesrat soll noch im Dezember entscheiden. Viele Restaurants betonen jedoch: An die Gäste weitergeben können sie die Steuersenkung, falls diese kommt, nicht.
Dazu äußerte sich jetzt auch Doris Reck-Hartmann, Inhaberin und Küchenchefin des Gasthauses Fischküche Reck in Möhrendorf (Kreis Erlangen-Höchstadt) im Netz. Während der Pandemie wurde die Maßnahme schließlich schon einmal umgesetzt. Sie betont in den sozialen Medien: "Diese Senkung war nie als Entlastung für die Gäste, sondern als Soforthilfe für eine ganze Branche mit fast über 2 Millionen Beschäftigten gedacht und sie hat gewirkt."
Lokal im Kreis Erlangen-Höchstadt: "Wenn die Senkung nicht kommen sollte, werden die Preise um ca. 10 Prozent steigen"
Denn aktuell befinde sich die Gastroszene in einer erneuten Talfahrt. Die Inflation stelle auch das fränkische Lokal vor Herausforderungen - schließlich sind die Preise für Lebensmittel und Energie massiv gestiegen. Gleichzeitig müsse man gute Konditionen für die Mitarbeiter bieten, um diese zu halten und für neue Beschäftigte als Arbeitgeber attraktiv zu sein.
Auch Reck-Hartmann weiß: "Die Mehrwertsteuersenkung würde helfen, die Jobs von etwa 1.115.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigten und etwa 1.130.000 geringfügig Beschäftigten (Quelle: Gastronomie Report, Stand 2024) zu sichern." Denn die Branche sei auf Gewinne angewiesen, auch wenns sie aus ihrer Sicht oft nicht als wirtschaftlich relevant wahrgenommen werde. Die Küchenchefin betont: "Ja, wir möchten, dass Ihr eine schöne Zeit bei uns habt und haben Freude an unseren Berufen. Aber nein, wir können das nicht als Hobby betreiben."
"Keine andere Chance": Fränkische Küchenchefin hofft auf Mehrwertsteuersenkung
Ständig müsse man in der Gastronomie abwägen, ob man die Preise erhöhen und so möglicherweise Gäste verlieren oder am kalkulierten Gewinn schrauben will. Der Kostendruck sei immens. Dadurch würden auch in dem fränkischen Lokal Investitionen aufgeschoben und Betriebsinhaber müssten sich mit Löhnen zufriedengeben, "die der hohen Arbeitsbelastung und der Verantwortung für Arbeitsplätze nicht gerecht werden."
Die Steuersenkung könnte das ändern: "Wenn die Senkung kommt, werden uns die gewonnenen Prozente etwas Luft zum Atmen geben. Wir werden unsere Arbeitsbedingungen stabilisieren können, neue Investitionen werden planbar und wir stellen sicher, dass wir uns beim Einkauf qualitativ nicht verändern, heißt verschlechtern müssen", betont die Restaurant-Inhaberin.
Entscheide sich der Bundesrat jedoch gegen die Maßnahme, habe auch das Konsequenzen: "Wenn die Senkung nicht kommen sollte, werden die Preise um ca. 10 Prozent steigen. Wir haben keine andere Chance, da wir aufgrund unserer geringen Gewinnmarge gar nichts mehr selbst auffangen können", befürchtet Reck-Hartmann.
Sicherlich ist der Einkaufspreis für bestimmte Lebensmittel wie z. B. Gans und Ente gestiegen. Eine 4-köpfige Familie gibt dann für 4 Hauptgerichte und 4 (überteuerte) Getränke mehr als 100,-€ aus. Das können manche Familien nur noch selten machen. Aber: Manche Probleme sind auch hausgemacht. Auf der eigenen Internetseite oder auf FB werden keine Speisekarten veröffentlicht oder es werden die Preise "vergessen". Auf Nachfrage wird mir gesagt, dass ich vorbeikommen soll. :-( Hier in Coburg stehen gerne mal dumme Sprüche am Eingang: "Nur Bares ist Wahres". Während des Sambafestes wurde das sogar auf Englisch hingeschrieben. So begrüßt man internationale Gäste NICHT! Kartenzahlung gerhört heutzutage zum Service, denn da kann man auch mal etwas mehr ausgeben. Manche Wirte machen beim Schlemmerblock mit und wollen dann die 2:1 Gutscheine (damit bekommt man 2 Hauptgerichte zum Preis von einem) nicht einlösen. Damit verärgert man Gäste und die kommen nicht mehr wieder. 3,-€ für zusätzliche Sauce ist auch dreist, denn es gehärt zum Service, dass bei einem Braten ein mal Sauce gratis nachgereicht wird. So, jetzt könnt ihr eure Sicht der Dinge hier darstellen.
JGMeman
@Bamberger1961: „Wenn ich Sendungen wie die von Frank Rosin sehe, fällt mir auf“
Ihnen ist aber schon bewusst, dass das keine journalistischen Dokumentationen sind sondern nach Skript „gespielt“ wird?
Bamberger1961
Hier wäre Raum gewesen, Ihre Position zum Thema zu formulieren. Doch Sie haben ihn wieder nur dafür genutzt, andere zu belehren.
JGMeman
Klär, ich hätte hier natürlich auch pauschale Aussagen über eine ganze Branche und deren Qualifikation tätigen und mich als Quelle auf eine gescriptete Doku-Soap beziehen können. Das hätte Substanz gehabt und wäre auch viel näher am Kernthema Mwst.-Senkung gewesen.
Wenn ich substanziell etwas zur geplanten Mwst.-Senkung sagen soll, dann kommen mir weniger die kleinen Gasthöfe in den Sinn.
Die großen Fastfoodketten wiegen da ganz anders und nein: Ich teile die Einschätzung nicht, dass dies mit deren ToGo-Geschäft bei jetzt schon 7% Mwst. von etwa 2/3 des Umsatzes keine Relevanz hat. Allein für den Branchenprimus ist dies ein Steuergeschenk von Jährlich etwa 140 Millionen Euro (Quelle: Foodwatch).
Zumindest führen die Fastfoodketten die 7% des ToGo-Geschäfts und die 19% im Haus mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an den Fiskus ab. Florian Köbler, Bundesvorsitzender bei der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) hat dem Focus im September dieses Jahres erklärt, dass in der Gastronomie jährlich schätzungsweise 15 Milliarden Euro Schwarzgeld erwirtschaftet werden. Wie hoch ist wohl die durchschnittliche Mwst in der Gastronomie aktuell, wenn man sie um diesen Faktor und das ToGo-Geschäft bereinigt?
Aber schönes Zitat in der Headline dieses Artikels …
Bamberger1961
Ich glaube, die Gastronomie hat ganz andere Probleme als die Steuer. Wenn ich Sendungen wie die von Frank Rosin sehe, fällt mir auf: Es arbeiten dort zu viele ungelernte Leute und Quereinsteiger ohne Ausbildung. Das führt oft zu schlechter Qualität und zeigt eine große Respektlosigkeit gegenüber den zahlenden Kunden.
Sicherlich ist der Einkaufspreis für bestimmte Lebensmittel wie z. B. Gans und Ente gestiegen. Eine 4-köpfige Familie gibt dann für 4 Hauptgerichte und 4 (überteuerte) Getränke mehr als 100,-€ aus. Das können manche Familien nur noch selten machen.
Aber:
Manche Probleme sind auch hausgemacht. Auf der eigenen Internetseite oder auf FB werden keine Speisekarten veröffentlicht oder es werden die Preise "vergessen". Auf Nachfrage wird mir gesagt, dass ich vorbeikommen soll. :-(
Hier in Coburg stehen gerne mal dumme Sprüche am Eingang: "Nur Bares ist Wahres". Während des Sambafestes wurde das sogar auf Englisch hingeschrieben. So begrüßt man internationale Gäste NICHT! Kartenzahlung gerhört heutzutage zum Service, denn da kann man auch mal etwas mehr ausgeben.
Manche Wirte machen beim Schlemmerblock mit und wollen dann die 2:1 Gutscheine (damit bekommt man 2 Hauptgerichte zum Preis von einem) nicht einlösen. Damit verärgert man Gäste und die kommen nicht mehr wieder.
3,-€ für zusätzliche Sauce ist auch dreist, denn es gehärt zum Service, dass bei einem Braten ein mal Sauce gratis nachgereicht wird.
So, jetzt könnt ihr eure Sicht der Dinge hier darstellen.
@Bamberger1961: „Wenn ich Sendungen wie die von Frank Rosin sehe, fällt mir auf“
Ihnen ist aber schon bewusst, dass das keine journalistischen Dokumentationen sind sondern nach Skript „gespielt“ wird?
Hier wäre Raum gewesen, Ihre Position zum Thema zu formulieren. Doch Sie haben ihn wieder nur dafür genutzt, andere zu belehren.
Klär, ich hätte hier natürlich auch pauschale Aussagen über eine ganze Branche und deren Qualifikation tätigen und mich als Quelle auf eine gescriptete Doku-Soap beziehen können. Das hätte Substanz gehabt und wäre auch viel näher am Kernthema Mwst.-Senkung gewesen.
Wenn ich substanziell etwas zur geplanten Mwst.-Senkung sagen soll, dann kommen mir weniger die kleinen Gasthöfe in den Sinn.
Die großen Fastfoodketten wiegen da ganz anders und nein: Ich teile die Einschätzung nicht, dass dies mit deren ToGo-Geschäft bei jetzt schon 7% Mwst. von etwa 2/3 des Umsatzes keine Relevanz hat. Allein für den Branchenprimus ist dies ein Steuergeschenk von Jährlich etwa 140 Millionen Euro (Quelle: Foodwatch).
Zumindest führen die Fastfoodketten die 7% des ToGo-Geschäfts und die 19% im Haus mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an den Fiskus ab. Florian Köbler, Bundesvorsitzender bei der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) hat dem Focus im September dieses Jahres erklärt, dass in der Gastronomie jährlich schätzungsweise 15 Milliarden Euro Schwarzgeld erwirtschaftet werden. Wie hoch ist wohl die durchschnittliche Mwst in der Gastronomie aktuell, wenn man sie um diesen Faktor und das ToGo-Geschäft bereinigt?
Aber schönes Zitat in der Headline dieses Artikels …
Ich glaube, die Gastronomie hat ganz andere Probleme als die Steuer. Wenn ich Sendungen wie die von Frank Rosin sehe, fällt mir auf: Es arbeiten dort zu viele ungelernte Leute und Quereinsteiger ohne Ausbildung. Das führt oft zu schlechter Qualität und zeigt eine große Respektlosigkeit gegenüber den zahlenden Kunden.