Der Adelsdorfer Otto Müller fand beim Stöbern in seinen Schubladen zufällig eine alte Postkarte - etwa aus dem Jahr 1960. Sie zeigt das Zeckern von damals, die Kirche von außen und innen, zwei Straßenzüge, eine Ortsansicht und Zeckerner Frauen in Tracht.

Gleich überfielen ihn die Erinnerungen: "Damals war ich ungefähr zehn Jahre alt. Meine Mutter Ida führte unten im Haus in Zeckern einen Gemischtwarenladen oder einen Tante Emma-Laden, wie man heute sagen würde." Er lag in der Nähe der Kirche. Als der kleine Otto elf Jahre alt war, starb sie.

Aushilfe im Geschäft

"Es muss wieder eine Frau ins Haus", sagte sein Vater und heiratete ein Jahr später erneut. "Meine neue Mutter führte den Laden gerne weiter und kümmerte sich liebevoll um mich und meinen ein Jahr jüngeren Bruder", erzählt Müller. Die Postkarte mit Bildern von Hans Otto, genannt "Foto Otto" aus Adelsdorf, wurde im Laden gut verkauft. "Und ich durfte dort oft aushelfen, wenn Mutter mal keine Zeit hatte." Er verkaufte meistens lose Ware, die auf einer Bizerba-Waage abgewogen wurde, wie Mehl, Zucker und Salz. "Dreimal in der Woche kam damals der Bäcker aus Sambach. Am Samstag hatte er sogar Brezeln dabei", erinnert sich Müller noch genau.

Sein Vater war Handelsreisender, der mit Kren und Pfefferminztee bis Oberbayern und sogar nach Wien und Linz reiste. Den Kren bezog er vom Krenhändler in Adelsdorf (Hörrlein) oder aus Lonnerstadt. Müller wohnt nun schon lange in Adelsdorf, aber gerne erinnert er sich an die alten Zeiten in Zeckern - und dabei hilft ihm nun die Postkarte.