Nominierungsversammlungen können bei der CSU im Kreis Erlangen-Höchstadt zu wahren Krimis werden. Am Mittwochabend, 31. Oktober, steht um 19.30 Uhr in der Jahnhalle in Baiersdorf wieder eine solche Veranstaltung an. Die Delegierten aus dem Kreisverband wählen ihren Kandidaten für die Landtagswahl im Herbst 2013.

Fest steht schon länger, dass sich die langjährige CSU-Landtagsabgeordnete Christa Matschl nicht mehr bewerben wird. Die 69-Jährige beendet ihre aktive politische Laufbahn. Den Vorsitz des Kreisverbands hat sie inzwischen auch schon an den Großenseebacher Bundestagsabgeordneten Stefan Müller abgegeben. Potenzielle Nachfolger für den Sitz im Maximilianeum stehen in den Startlöchern.


Bewerber: Meierhöfer, Eger und Nussel



"In der CSU sind die Zeiten vorbei, in denen eine Führung sagt, was gewählt wird", erklärte Kreisvorsitzender Stefan Müller auf Anfrage unserer Zeitung. Er bestätigte, dass es bisher drei Bewerber gibt, die Christa Matschl beerben möchten: der JU-Kreisvorsitzende Ulrich Meierhöfer (25) aus Kalchreuth, der Bubenreuther Gemeinderat Johannes Eger (41) und der Herzogenauracher Stadt-, Kreis- und Bezirksrat Walter Nussel (47). Meierhöfer arbeitet als Diplom-Verwaltungswirt im Jugendamt der Stadt Nürnberg, Eger in der Firmenkundenberatung der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach und Nussel ist selbstständiger Land- und Forstwirt im
Herzogenauracher Ortsteil Burgstall.

Alle drei hätten sich beim Kreisverband mit dem Wunsch gemeldet, für den Sitz im Landtag kandidieren zu wollen. Eine Empfehlung der Kreisvorstandschaft für einen der drei Bewerber werde es nicht geben, sagt Kreisvorsitzender Müller. Bei einer internen Abstimmung im Vorstand habe keiner der Bewerber mehr als die Hälfte der Stimmen erreicht. Die meisten soll Walter Nussel bekommen haben.

Kreisvorsitzender Müller geht davon aus, dass es die Delegierten begrüßen werden, unter mehreren Bewerbern auswählen zu können. Und in der Versammlung selbst können sich noch weitere Kandidaten melden.
Polit-Profi Müller ist stolz, drei Kandidaten zu haben, denen er allen zutraut, das Landtagsmandat ausfüllen zu können. Dass am Mittwoch in der Versammlung noch weitere Bewerber ihren Hut in den Ring werfen werden, glaubt der Kreisvorsitzende nicht. Wer immer auch nominiert werde, er müsse einen ordentlichen Wahlkampf machen und zwar nicht gegen jemanden, sondern für sich und die CSU.


Es wird Stichwahl geben



Die Wahlleitung in der Nominierungsversammlung wird Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Löb übernehmen. Es wird auf jeden Fall eine Stichwahl geben, kündigt sie an. Nach dem ersten Wahlgang fällt die Entscheidung zwischen den beiden Besten. Löb hält ein knappes Ergebnis für möglich - wie vor genau zehn Jahren, als Stefan Müller mit einer Stimme Mehrheit gegen Gerd Friedrich zum Bundestagskandidaten gekürt wurde.