Der A3-Ausbau zwischen Schlüsselfeld und dem Kreuz Fürth/Erlangen läuft auf Hochtouren. Die Baustellen entlang der europäischen Hauptverkehrsader nehmen immer beeindruckendere Ausmaße an. Wohl am besten bekommen das die Bewohner des Gremsdorfer Ortsteils Buch mit - und hier speziell die, deren Gartenzaun unmittelbar an die Autobahnbaustelle angrenzt.

Hier wohnt die Gremsdorfer Gemeinderätin Monika Pfann mit ihrer Familie. Sie hat jetzt für die nächsten Jahre die Großbaustelle direkt vor ihrer Haustür - und später rauscht dann der Verkehr auf sechs Spuren noch acht Meter näher als bisher an ihrem Grundstück vorbei.

Bewusst hier gebaut

Die Pfanns wurden von der Verbreiterung der A3 übrigens nicht überrascht. "Schon als wir hier gebaut haben, wussten wir, dass die Autobahn sechsspurig werden soll", sagt Monika Pfann. Allerdings sind sie und ihre ebenfalls in Buch wohnenden Gemeinderatskollegen Stefanie Hahn und Andreas Hahn ursprünglich davon ausgegangen, dass die Autobahn nicht nur einseitig Richtung Buch, sondern nach Westen und nach Osten verbreitert wird.

Diese Vorstellungen zerschlugen sich, als ihnen die Autobahndirektion Nordbayern mitteilte, dass "ein asymmetrischer Ausbau zur Bucher Seite hin" in diesem Abschnitt zwischen Höchstadt-Ost und Erlangen-West vorgesehen ist. Als Begründung gegen eine Verbreiterung Richtung Osten wurden unter anderem "das Vogelschutzgebiet an den Brandweihern, zahlreiche Biotope sowie die Weiherketten bei Buch" angeführt.

Monika Pfann hat dieses Schreiben ebenso in ihrem A3-Ausbau-Ordner abgeheftet wie andere Stellungnahmen, Anfragen, Planskizzen und Zeitungsausschnitte. Inzwischen ist nicht nur den drei Bucher Gemeinderäten klar, dass an den Plänen nicht mehr zu rütteln ist, zumal sich die Bagger am Ortsrand bereits tief ins Gelände gefressen haben.

Naturschutz zählt mehr

Kein Verständnis hat man in Buch aber dafür, dass der Naturschutz offensichtlich mehr zählt als der Mensch. Auch Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter (CSU) steht auf der Seite seiner Bürger im Ortsteil Buch: "Wir sind froh, dass der A3-Ausbau kommt, aber uns gefällt nicht, dass alles auf Bucher Seite passiert." Walter und den betroffenen Buchern bleibt jetzt nur noch die Hoffnung auf die geplanten Lärmschutzmaßnahmen. "Wir sind sicher, dass es leiser wird", sagt Autobahn-Nachbarin Pfann.

Die von der "A3 Nordbayern GmbH & Co. KG" - sie baut die A3 im Rahmen eines ÖPP-Projekts für den Bund aus und betreibt sie danach - geplanten Lärmschutzmaßnahmen sind auf Höhe von Buch gewaltig. So soll ein sechs Meter hoher Erdwall, auf dem noch eine bis zu fünf Meter hohe Wand installiert wird, die Bucher vor dem Verkehrslärm schützen. Darüber hinaus bekommt die Fahrbahn noch einen Flüsterasphalt. Die Brücke Richtung Neuhaus wird mit einer drei Meter hohen, transparenten Lärmschutzwand abgeschirmt.

Elf Meter hoher Lärmschutz

Noch nicht ganz mit dem Ausbau abgefunden haben sich die Landwirte. "Wir haben über den Bauernverband Einspruch eingelegt, waren aber chancenlos", blick Andreas Hahn zurück, selbst betroffener Landwirt und Gemeinderat. Den Landwirten geht durch den Ausbau zu viel Ackerland verloren, und dann werden auch noch Ausgleichsflächen gesucht.

Auch wenn die A3 näher an sie heranrückt hoffen die Bewohner von Buch doch, dass ihnen die Lärmschutzmaßnahmen mehr Ruhe bringen.