Die Umgestaltung des Rathausplatzes war wieder einmal Thema im Gemeinderat Röttenbach. Schließlich will man schon Ende Mai mit den Tiefbauarbeiten beginnen. Bis August 2018 soll das große Vorhaben abgewickelt sein.

Förderlich für die Idee, der Rathausplatz soll sich "mit offenen Armen" (Planer Matthias Rühl) für die Bürger auftun, ist, dass die Gemeinde das kleine Anwesen im Süden der Ringstraße erwerben kann und so ein weiter Blick über die angrenzenden Weiher möglich sein soll.

Für die Einbeziehung der Weiher wurde bereits die Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt herbeigeführt. Es dürfe sogar der trennende Damm entfernt werden, um eine große Wasserfläche zu schaffen. Sie dient nicht nur zum Schmuck der Ortsmittte, sondern habe auch eine Regenrückhaltefunktion. Deshalb wird die Entwässerung des Rathausplatzes und der Gebäude ringsum auf ein Trennsystem umgestellt.

Nur das Regenwasser aus der geplanten Parkfläche für 32 Autos wird wie bisher in den vorhandenen Mischwasserkanal fließen. Beim Weiher muss dazu der Überlauf saniert werden, damit ganzjährig Wasser steht, aber zugleich ein Aufstaupuffer vorhanden ist, wenn plötzlich starke Niederschläge kämen. Die Kosten der Kanalerneuerung werden sich auf rund 450.000 Euro belaufen.

Da nun der neue Platz eine breite Sichtachse zum für Röttenbach charakteristischen Wassersystem hat, schlug der Planer vor, die Garagen am Rande des Röttenbachs nicht abzureißen. Vielmehr sollten die öffentlichen Toiletten in dem Gebäude ertüchtigt werden. Seiner Meinung nach sollte auch dort die geplante behindertengerechte Toilette gebaut werden.


Wintergarten an die Bücherei

Ein anderer Standort wäre in einem Anbau an die Bücherei. "Ein Rollstuhlfahrer fährt der Beschilderung WC nach und muss dann feststellen, dass er wieder 100 Meter über den Platz rollen muss. So zu bauen, ist nicht klug", verwarf Rühl die zweite Möglichkeit. An die Bücherei soll in Form eines Wintergartens angebaut werden. Als erstes dachte man an einen vorgesetzten "Kasten" am südöstlichen Winkel des Bauwerks. Das wurde schon vor längerem verworfen, weil dadurch die zum Rathauseingang planebene Terrasse zerschnitten würde.

Für einen Anbau an der Westseite gibt es zwei Lösungen: Einmal könnte die Glasfront in Verlängerung des schiefen Winkels des Rathauses gebaut werden. Hierbei hatte der Planer allerdings einige Bedenken - vor allem, wenn dort auch die Behindertentoilette entstünde. Sie bräuchte an der Westseite eine eigene Rampe und im Anbau wären die Laufwege ungünstig.

Die zweite Variante wäre ein fast quadratischer Anbau aus Glas. Optisch - das war aus den Redebeiträgen der Räte deutlich zu hören - spricht die Konstruktion mit der Verlängerung des Winkels mehr an. Allerdings kommt sie auch teurer.


Mitarbeiter sollen mitreden

Man will hier erst eine überschlägige Kostenberechnung durch das planende Büro GBI abwarten, ehe man sich für ein Modell entscheidet. Zudem sollen die Mitarbeiter in der Bücherei die Vorschläge auf ihre Funktionalität für die Büchereiarbeit prüfen. Auf dem ganzen Rathausplatz sollen reichlich Sitzgelegenheiten aufgestellt werden. Zum einen als schützende Abgrenzung für die Wurzelscheiben der Bäume, die schon heute den Platz säumen, zum anderen unmittelbar vor dem Rathauseingang, wo auch einige Wassersprudler für Erfrischungsspaß sorgen werden.


Holzsteg in den Weiher

Weitere Sitzgelegenheiten sind auf der heute noch bebauten Südseite geplant. Eine Rasenfläche mit Abtreppung führt dann bis an den Weiherrand und über einen Holzsteg kann man sogar ein Stück hineingehen. Der Radweg, der von Norden östlich des Gemeindekomplexes vorbeiläuft, will der Planer über den Platz lenken, ehe ein Radler oder auch Fußgänger seinen Weg entlang der Weiherkette nach Süden fortsetzen kann.

Bei der Platzbeleuchtung entschied sich der Rat für schlichte Stelen. Im Bereich der Weiherwege sollen sie sich nur über Bewegungsmelder einschalten, wenn sich ein Passant dort aufhält.

Da der neu gestaltete Weiher im Winter auch als Schlittschuhfläche dienen soll, fragte Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) nach, ob dazu auch eine Beleuchtung eingeplant sei. Rühl riet "für diese wenigen Zeiten" im Jahr zu einer Lösung per Kabelanschluss.

Sein Kollege Bernd Ernst erläuterte dem Rat die Kostenseite. Das Gesamtvorhaben wird sich auf etwa 2,8 Millionen Euro belaufen. "Zum heutigen Stand", so betonte Ernst ausdrücklich, "wird sich die Förderung auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen."


Ladesäulen für E-Autos

Bei dieser Aussage hat er im Auge, dass der Bund ein Förderprogramm für Stromladesäulen für Autos auflegt. Da solche im Westen des Platzes eingeplant sind, hofft auch Wahl, dass hier zusätzliche Gelder fließen.

Lothar Saulich, Fraktionssprecher der SPD, erkundigte sich bei Ernst, wie realistisch die Kostenansätze seien. Der versicherte, er habe alle Posten nach den Preisen von kürzlich vergebenen Gewerken andernorts angesetzt. Die Preisentwicklung des Bausektors könne er allerdings nicht abschätzen.