Mit einem Katalog von Anfragen an Bürgermeister Gerald Brehm (JL) hatte CSU-Fraktionssprecher Alexander Schulz das alte Jahr ausklingen lassen (der FT berichtete am 29.Dezember). Auf Nachfrage des FT nimmt der Bürgermeister Stellung zur Kritik der CSU.

Er freue sich jedes Jahr "über die frohe Botschaft der CSU", sagt Brehm, ist allerdings auch überzeugt, dass die meisten Fragen schon im Stadtrat erörtert wurden. Er wolle das aber gerne auch öffentlich tun und für Transparenz sorgen.

Dass die Kennzeichnung der früheren Standorte von Bamberger Tor und der Stadtmauer auf dem neuen Belag der Hauptstraße noch nicht wie gewünscht sei, räumt Brehm ein. Die Überreste der historischen Mauern unter der Straße seien dokumentiert. Auf Schautafeln will der Heimatverein noch darauf aufmerksam machen. Wenn die vorliegen, werde sich im Frühjahr der Hauptausschuss damit befassen. Brehm hält hier "übermäßigen Stress" für nicht nötig.

Die Ablösung des Stadtent-wicklungskonzepts Hohestete 2030 durch ein neues, die Schulz befürchtet, sei für Brehm kein Thema. "Das beschlossene Konzept ist ein fließender Prozess, der immer wieder weiterentwickelt werden muss", sagt der Bürgermeister. Man wolle kein neues Konzept, sondern das alte anpassen.

Überhaupt sei Höchstadt in der Stadtentwicklung voll auf Kurs. "Es gibt keinen Bereich, in dem wir nicht weiter sind als erhofft", die CSU sei überall dabei gewesen. Brehm verweist auf das Aischpark-Center, den Kita-Ausbau, das Sanierungsgebiet Süd östlich der Fortuna, das sich durch den Neubau des Ladenzentrums erledigt habe. Im Frühjahr soll Hohestete 2030 im Einklang mit den Bürgern weiterentwickelt werden.

Für den Bereich Friedhöfe muss Brehm Verzögerungen einräumen, sieht aber "keinen akuten Notstand". Im Herbst war eine Ausschusssitzung und Begehung geplant, die aber wegen personeller Veränderungen im Rathaus verschoben wurde.

Bürger sollen mitreden

Bei der sanierungsbedürftigen Kapelle auf dem Heldenfriedhof sei die Stadt nicht Eigentümer, für die Sanierung der Mauer am alten Friedhof habe man sich noch auf keinen Vorschlag einigen können und für Etzelskirchen sei eine große Lösung mit einer neuen Aussegnungshalle geplant. An diesen Planungen will Brehm die Bürger beteiligen.

Bei der Sanierung städtischer Liegenschaften könne nicht alles gleichzeitig erledigt werden, gibt Brehm zu bedenken. Vorrang habe das künftige Haus der Heimat in der Hauptstraße. Sobald für das auf 1,7 Millionen Euro veranschlagte Projekt die 600 000 Euro Zuschuss aus dem Entschädigungsfonds freigegeben werden, soll es los gehen. Für den Rathausinnenhof plant Brehm ein Gesamtkonzept, in das das Postgebäude einbezogen und das dann auch gefördert wird.

Für den geplanten Parkplatz an der Anton-Wölker-Schule konnten Grundstücksfragen noch nicht geklärt werden. Um in Höchstadt verträgliche Grundstückspreise zu halten, könne es laut Brehm beim Parkplatz noch dauern.

Welche Betriebe mit wie vielen Arbeitsplätzen im Gewerbegebiet Aischpark angesiedelt sind, möchte die CSU auch wissen. Brehm hält hier nur eine Grobaufstellung für machbar. Er könne nicht zwei Mitarbeiter ausführlich recherchieren lassen, der Aufwand müsse in wirtschaftlich vertretbarem Rahmen bleiben.

Zum ehemaligen Schaeffler-Parkplatz in der Inastraße will sich Brehm nicht öffentlich äußern, da es sich um Grundstücksangelegenheiten handelt.

Für die Entschärfung einer Gefahrenstelle auf dem Radweg am Häckersteig gebe es auch nach einem Ortstermin noch keinen Lösungsvorschlag.

Nachdem ein Gesamtkonzept zur Sanierung der Stadtmauer nicht bezuschusst wird, soll weiter abschnittsweise vorgegangen werden. Eine Planung gibt es bereits für den Bereich am Altenheim St. Anna. Hier wird nur noch auf die Zuschusszusage gewartet.

Das im Rahmen des Kulturfeuerwerks beschlossene und von der Hochschule Coburg entworfene Beleuchtungskonzept für die Innenstadt lässt noch auf sich warten. Der Professor sei noch nicht soweit, sagt Brehm.

Der Bürgermeister ist "auf 5000 Baustellen gleichzeitig unterwegs, bei einer knappen Verwaltung". Da könne manches schon mal etwas länger dauern. Von einem Umsetzungsstau zu sprechen, weist Brehm aber entschieden zurück.