Alle Höchstadter sollten wenigstens die Chance haben, sich in ihrer Heimatstadt ein Häuschen zu bauen. Das ist auch weiterhin das Ziel von Bürgermeister Gerald Brehm (JL) in Sachen Baulandpolitik der Stadt. Dieses Ziel sieht der Bürgermeister jedoch gefährdet.

Konkret geht es um das Baugebiet Häckersteig. Mit der Aufstellung des neuen Flächennutzungs- und Bebauungsplanes der Stadt soll hier Platz für weitere Wohnhäuser ausgewiesen werden. Ein Vorhaben, das nicht nur bei der neuen Grünen-Fraktion im Höchstadter Stadtrat auf Widerstand stößt. Wie Brehm mitteilt, haben der in der Stadt bekannte Biologe Hans Krautblatter und Vorstandsmitglieder einiger Höchstadter Vereine den Antrag gestellt, die geplante Ausweisung im Gebiet Häckersteig deutlich zu reduzieren.

Die Zeit drängt

Ursprünglich wollte die Stadt am Häckersteig 34 Hektar Bauland neu ausweisen. Auf Wunsch der CSU hat sich der Stadtrat auf einen Kompromiss von 24,5 Hektar geeinigt. Den Antragstellern ist das immer noch viel zu viel. Brehm will mit ihnen jetzt in den Dialog treten und mit dem Kompromiss ins Genehmigungsverfahren gehen. In der Oktober-, spätestens der November-Sitzung soll der neue Bebauungsplan verabschiedet werden.

Brehm rechnet dafür zwar mit einer Mehrheit im Rat, fürchtet aber, dass zum Baugebiet Häckersteig auch ein Bürgerbegehren angezettelt werden könnte. Das könnte die Ausweisung schnell um ein weiteres Jahr verzögern. Dann müsste man den Bauinteressenten sagen, "es gibt nichts".

Wie der Bürgermeister am Freitag in einem Pressegespräch erklärte, habe er im Moment an die 480 Bewerber auf der Liste. Davon seien 300 aus Höchstadt "und jeden Tag kommen zehn neue dazu". Mit der Kompromisslösung von 24,5 Hektar könnte der dringendste Bedarf an Bauland befriedigt werden, sagt Brehm. Junge Familien und andere Interessenten bräuchten verlässliche Vorgaben, möchten sie doch beispielsweise auch mit Baukindergeld planen. Und dann sei da noch das Förderprogramm "Klimagerechte Bauleitplanung" der Bayerischen Staatsregierung, in das Höchstadt mit dem Häckersteig schnellstmöglich aufgenommen werden will.

Brehm will keine Zeit mehr verlieren, könne das neue Gebiet selbst bei einer schnellen Flächennutzungsplan-Entscheidung doch frühestens 2022 bebaut werden. Der Bürgermeister vertritt die Meinung, alle Höchstadter sollten das Recht haben, sich hier ein Häuschen zu bauen - inzwischen natürlich mit ökologischen Auflagen. Zudem sei Höchstadt ein Mittelzentrum und es sei doch ökologisch sinnvoller, wenn die Leute hier wohnen, wo auch die Infrastruktur vor Ort ist. Brehm will es nicht soweit kommen lassen, dass Höchstadter Kinder und Kindeskinder nicht mehr hier bauen können. Entscheiden werde aber der Stadtrat, oder gar die Bürger.

Nicht nur dagegen sein

Kein Verständnis hat der Bürgermeister für die Haltung von Grünen-Fraktionssprecher Peter Winkler zur Baulandausweisung, über die der FT in seiner Montagausgabe berichtete. So bewohne Winkler selbst ein Grundstück im Häckersteig-Gebiet, das es ohne diese Baulandausweisung nicht gegeben hätte. Brehm hält Winkler vor, gegen etwas zu sein, wovon er selbst profitiert hat.

Positiv sehe er bei den Grünen, dass sie sich für das Gemeinwohl einsetzen und die Sacharbeit in den Vordergrund stellen wollen. Manche Formulierungen - wie der Vorwurf "völlige Konzeptlosigkeit bei der Stadtentwicklung" - müssten laut Brehm nicht sein. Er würde sich von den Grünen wünschen, nicht nur gegen etwas zu sein.

Abgelehnt werden von den Höchstadter Grünen die Häckersteig-Erweiterung, die Mehrfamilienhäuser an der Kerschensteiner Straße, die geplanten Reihenhäuser auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Marktes am Greiendorfer Weg und generell eine Umgehungsstraße für Gremsdorf.

Brehm kämpft für die vielen Bauwilligen, die auf ein Grundstück warten: "Wenn wir nur 50 Bewerber hätten, hätte ich auch viel weniger Arbeit."