"Sehr schade." "Ich bin immer gerne hierher gekommen." "Wie, ihr hört auf?" Der Hinweis an der Eingangstür und an der Kasse ist für einige Kunden noch eine Überraschung, bei den meisten hat es sich aber doch schon herumgesprochen. Schon übernächste Woche wird die Höchstadter Innenstadt um ein Geschäft ärmer sein: Das "Blumen-Eckla" in der Bamberger Straße schließt zum 31. Mai.

Ein großer Verlust. Für die Besitzerin Rita Wolf. Für alle Hobbygärtner, die bei ihr eingekauft haben. Und vor allem für die Stadt. "Es tut schon weh, aber es ging einfach nicht mehr", erklärt Wolf, während sie in ihrem kleinen Arbeitsraum einen bunten Strauß zusammenstellt.

Schon länger hat Wolf überlegt, das Geschäft zu schließen. Gründe dafür gibt es mehrere.
Vor allem aber war es der Umsatz, der unterm Strich einfach nicht gereicht hat: "Es ist nicht genug für die Haufen Arbeit, die man sich macht. Am Monatsende bleibt nichts übrig", erklärt sie. Im Februar 2005 hatte sie den Laden von ihrer Tante übernommen.

Zurück in den alten Beruf

"Da gab es noch genügend Parkplätze und die Leute konnten ihre Blumen direkt ins Auto bringen. Mit dem Vogelseck hat sich das schlagartig geändert", bedauert Wolf. Jetzt gibt es überhaupt keine direkten Parkplätze mehr. Ein Manko, das Wolf zu spüren bekommt und das seinen Teil zur Geschäftsaufgabe beigetragen hat: "Das ist ein großes Problem. Viele Kunden kommen nicht, weil sie hier nicht parken können." Anders als beispielsweise bei den Großmärkten Obi oder Kaufland. "Da können die Leute parken und dann fahren sie lieber da hin."

Der Tropfen auf dem heißen Stein für den Entschluss, den Laden endgültig aufzugeben, war dann aber ein anderer: "Das Haus wird ohnehin abgerissen." Für Bürgermeister Gerald Brehm ist ein Abriss dagegen noch nicht zwingend: "Das Haus ist teilweise ohnehin denkmalgeschützt. Vielleicht gibt es einen Teilabriss, vielleicht reicht aber auch eine Sanierung", sagt er auf Nachfrage. Im Zuge der städtebaulichen Neukonzeption würde er sich eigentlich weiterhin einen Blumenladen an Ort und Stelle wünschen. "Es ist sehr bedauerlich, dass das Geschäft schließt", sagt Brehm.

Trotz allen Wehmuts, Rita Wolf freut sich jetzt auch auf etwas Neues. Sie will wieder in ihrem eigentlichen Beruf als Ergotherapeutin arbeiten. "Geregelte Arbeitszeiten und geregeltes Geld, das ist mal wieder was anderes. Die Verantwortung hier war schon groß", erklärt sie. Beerdigungen, Hochzeiten, Firmenevents, Ware neu einkaufen, gießen und pflegen - "das ist schon eine Belastung".

Trotzdem, der Abschied fällt schwer. Die Arbeit, ihren Laden und vor allem den Kontakt zu ihren Kunden wird sie vermissen. "Es hat schon Spaß gemacht", sagt Wolf. Womit sie sich tröstet? "Ich hab' daheim ja auch noch meinen Garten", schmunzelt sie, während sie den Strauß fast fertig hat.