"Markt und Straßen steh'n verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus " Dieses Gedicht von Joseph von Eichendorff, eigentlich für Weihnachten geschrieben, passt diesmal gut zu diesem Silvesterabend 2020.

Wo in Adelsdorf sonst um Mitternacht an Silvester die Post abgeht, wie auf dem Marktplatz oder auf dem Edeka-Degen-Parkplatz, sieht man dort in dieser letzten Nacht des Jahres keinen Menschen. Die Leute befolgen offensichtlich das Ausgangsverbot.

Mancher trifft sich um Mitternacht am Gartenzaun - distanziert - mit seinen Nachbarn, stößt auf ein besseres, vor allem gesundes Jahr 2021 an, oder man prostet sich von Balkon zu Balkon zu.

Vereinzelt gingen schon am Nachmittag oder auch am frühen Abend einige Böller hoch. Als um Mitternacht die Kirchenglocken das neue Jahr einläuteten, krachte und böllerte es jedoch nicht wenig. Der Himmel leuchtete in allen Farben. Die Menschen standen an ihren offenen Fenstern, beobachteten das nächtliche Schauspiel und prosteten sich zu.

Trotz der Böllerei blieb die Luft jedoch noch klar. Ein Zeichen, dass tatsächlich weniger geschossen wurde als in den Jahren davor. Nach einer halben Stunde war der Spuk auch schon vorbei und es kehrte wieder Ruhe ein. Dass trotz des anfänglichen Verbots und der Bitte des Landrats, auf die Schießerei zu verzichten, doch relativ viel geballert wurde, empfanden einige Adelsdorfer schon etwas seltsam und fast enttäuschend.