"Als gegen Mittag die Sonne durch den Nebel brach, schien der Erfolg vorprogrammiert." Diese Worte hätten auch jetzt am Rosenmontag fallen können, und wohl auch auch am Faschingsdienstag zum Höhepunkt des närrischen Treibens in der Innenstadt. Geschrieben wurde sie indes am 17. Februar 1988, also just auf den Tag genau vor 27 Jahren. Damals gab es nach langer Pause wieder ein närrisches Treiben in der Innenstadt. So wie es heute auch der Fall sein wird.

Mit dem kleinen Unterschied: Damals beschränkte sich man auf die Hauptstraße, während heute natürlich der Marktplatz im Mittelpunkt stehen wird. Doch 1988 ahnte niemand, dass die Neuauflage der öffentlichen Faschingsgaudi so gut ankommen würde.

Der FT berichtete am 17. Februar 1988:  "Gegen 13.11 Uhr - oder war's 13.13 Uhr - gab's einen Anpfiff vom Bürgermeister.
Hans Ort hatte sich mit Eisenbahnermütze, Kelle und Pfeife ausgerüstet und eröffnete das lustige Treiben zwischen den Türmen." Gerhard Bendix (KCH) und Musikant Paul Rösch übernahmen damals das Kommando, die Garde und die Schlappenschuster, die Grenzmark und eine "Miniaturausgabe der Stadtjugendkapelle" gesellten sich hinzu. Das schrieb der FT ebenso wie einen Hinweis auf das angenehme Wetter: "Angesichts der Frühlingssonne fiel manchem die Wahl zwischen Bier (aus dem Pappbecher) und Glühwein (aus dem Plastikbecher) nicht leicht." Und als es in "den Häuserschluchten der Hauptstraße" schnell kühl wurde, verzogen sich viele auf den Marktplatz, um sich in der Sonne aufzuwärmen.


Ab halb zwei

Dort ist man inzwischen seit vielen Jahren, das närrische Treiben hat sich etabliert. Seit vielen Jahren ist auf dem Marktplatz kein Durchkommen mehr. Auch am Faschingsdienstag 2015 soll das wieder so sein. Um 13.30 Uhr geht's los, die "Nachtschicht" sorgt für Stimmung auf der Bühne, der Spielmannszug der Feuerwehr kehrt frisch von seiner Teilnahme an den Faschingszügen im Rheinland zurück, die Gardemädchen werden tanzen und jede Menge illustrer Herzogenauracher Bürger geben, mehr oder minder kostümiert, ihr fröhliches Stelldichein.