Neustadt bei Coburg
Infrastruktur

Wanderwegenetz: Beschilderung ist in vollem Gange

Im Raum Coburg soll ein neues Wanderwegenetz etabliert werden. Geplant wurde das Projekt bereits im Jahr 2016. Die Beschilderung wird einige Monate in Anspruch nehmen.
Die Staßenbauer Uwe Fischer (links) und Daniel Knoch sind für das Aufstellen der Schilder in Neustadt und den dazugehörigen Ortsteilen verantwortlich.
Die Staßenbauer Uwe Fischer (links) und Daniel Knoch sind für das Aufstellen der Schilder in Neustadt und den dazugehörigen Ortsteilen verantwortlich. Foto: Foto: Cindy Dötschel

Bis in Neustadt alle Schilder für das neue Wanderwegenetz im Raum Coburg aufgestellt sind, wird es noch einige Monate dauern, denn das Hauptgeschäft des Bauhofs ist der Straßenbau. "Die neuen Schilder für die Wanderwege stellen wir nur zwischendurch auf, wenn wir gerade die Kapazität haben", sagt Bastian Bauer, stellvertretender Leiter des Bauhofs Neustadt. Für die Montage der Schilder sind die Straßenbauer Uwe Fischer und Daniel Knoch zuständig. "Wie lange wir brauchen, um die Pfosten für die Schilder aufzustellen, hängt davon ab, wohin wir laufen - auf den Spitzberg in Plesten haben wir länger gebraucht", erzählt Knoch aus seinem Arbeitsalltag. In Neustadter fehlen laut Fischer noch die Schilder im Stadtgebiet und auf dem Muppberg.

Von der Planung zur Umsetzung

Von der Planung des neuen Wanderwegenetzes im Raum Coburg bis zur Umsetzung sind knapp vier Jahre vergangen. Auch, weil zahlreiche Akteure, wie die 17 Kommunen des Landkreises, der Forst, der Tourismus und die Landwirtschaft, bei der Planung beteiligt waren. "Zu Beginn gab es keine einheitliche Übersicht über das Wegenetz in der Region, das musste erst erfasst und mit den Akteuren diskutiert werden", sagt Tobias Gruber, Projektmanager des regionalen Wanderwegemanagements. Auch sei ein gewisser zeitlicher Vorlauf notwendig gewesen, um die Fördergelder für das Projekt zu beantragen.

In Neustadt und den dazugehörigen Ortsteilen sollen Schilder an rund 450 Standorten aufgestellt werden, die mit insgesamt 730 Richtungsweisern und 341 Zielwegweisern versehen werden. "Uns geht es darum, ein Netzwerk zu bilden und ein einheitliches Wegesystem zu etablieren", sagt Nadine Irmsch, die das Projekt für die Stadt Neustadt betreut.

Aktuell werden die Schilder nach Plan aufgestellt. "Wenn wir fertig sind, überprüfen wir, wo noch Änderungen notwendig sind", sagt Irmsch. Das Wegekonzept wurde von einem externen Planungsbüro erstellt. Wie die Neustadterin erzählt, könnte in der Umsetzungsphase beispielsweise ersichtlich werden, dass ein Parallelweg besser geeignet ist. Die Zusammenhänge und Gegebenheiten vor Ort seien dabei entscheidend.

Bei der Beschilderung der insgesamt 14 Wanderwege in und um Neustadt helfen aktuell zwei Vereine. "Die Bergfreunde 70 kümmern sich um die Wege auf und um den Muppberg und der Obst- und Gartenbauverein in Fürth am Berg um die fünf Wanderwege in Fürth am Berg", sagt Irmsch. Die Vereine sind für die Pflege der Schilder verantwortlich. "Wir würden uns freuen, wenn sich noch mehr Vereine dazu bereit erklären, sich um die Wanderwege zu kümmern."

Mängel mit dem Smartphone melden

Neben helfenden Vereinen werden auch noch Wegewarte gesucht, die die Wege ein- bis zweimal pro Jahr abgehen, um mögliche Mängel zu erfassen. "Wenn die Beschilderung steht, wird alles digital erfasst. Der Wegewart kann über ein kostenlose App auf dem Smartphone melden, wo nachgebessert werden muss", sagt Irmsch, die selbst an der Schulung zur Wegewärtin teilgenommen hat. Für die Bestellung der Ersatzteile werden die Mängel dann gesammelt an den Landkreis geschickt.

Irmsch hofft, dass durch das neue Wanderwegenetz auch Leute von Sonneberg oder Coburg nach Neustadt kommen. "Wandern liegt im Trend - auch durch die Corona-Pandemie. Jeder will wandern. Ein gutes Wegenetz ist die Voraussetzung für einen guten Wandertourismus, von dem alle Bereiche profitieren." Um dieses Ziel zu erreichen, kann sie sich auch vorstellen, geführte Wandertouren für Gruppen anzubieten oder zusätzliche Routen, die beispielsweise mit dem Kinderwagen zurückgelegt werden könnten, auszuweisen. "Für größere Gruppen wäre es supertoll, wenn ein Ortskundiger spannende Geschichten zu der Strecke erzählen würde."

Wegewarte gesucht

Ehrenamt Für die Instandhaltung der neuen Schilder werden noch Wegewarte gesucht, die den jeweiligen Wanderweg ein- bis zweimal pro Jahr ablaufen und eventuelle Mängel digital melden. Die Meldung erfolgt über eine kostenlose App auf dem Smartphone. Interessierte können sich bei Nadine Irmsch (Mail: Nadine.Irmsch@neustadt-bei-coburg.de) melden.