Die Nervosität war den 100 Abiturienten des Arnold-Gymnasiums anzumerken - obwohl ihre Prüfungen schon eine Weile zurück lagen und die Noten feststanden. Aber vor Eltern, Freunden, dem Lehrerkollegium und zahlreichen Vertretern der Politik auf die Bühne zu gehen und sein Abiturzeugnis überreicht zu bekommen, ist eben ein einmaliges Ereignis im noch jungen Leben.

Stolz durften die Arnoldiner sein, die heuer ihr Abitur bestanden haben, denn 41 von ihnen haben es mit einem Durchschnitt von 1,9 oder besser abgelegt. "Eine herausragende Leistung", wie die Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld (SPD) betonte. Wie ihr Kollege Jürgen W. Heike (CSU) und Landrat Michael Busch (SPD) verwies sie auf die Perspektiven der Region hinsichtlich der beruflichen Zukunft der Abiturienten.
Heike wurde sogar noch direkter und warb bei potenziellen Medizinern für das Coburger Land als Lebensmittelpunkt: "Vergesst eure Heimat nicht, vergesst vor allem nicht, dass auch hier ein Leben möglich und auch sehr lebenswert ist."

Premiere für Karlheinz Schoofs

Für Schulleiter Karlheinz Schoofs war es ebenfalls ein besonderer Abend. Es war sein erster Abi-Jahrgang, den er am AG verabschiedete. Obwohl er die Schüler erst wenige Monate kannte, konnte er mit ihnen schon viele schöne Erinnerung verbinden: "Dieser Jahrgang hat bei vielen Veranstaltungen einen Hang zur Verkleidung und zu großen Auftritten gezeigt."

Schoofs nutzte auch das fast vergessene Wort Reifeprüfung, um die Bedeutung des Abiturs über Notendurchschnitte hinaus zu unterstreichen. Zu den Klängen des Liedes "You'll never walk alone" schloss er seine Rede mit den Worten: "You'll never walk alone. Das Ziel ist der Start. Ich gratuliere euch zu eurem Abitur und ich wünsche euch alles Gute und Glück für die Zukunft."

Ein Redner fiel nicht mit seinem entspannten Kleidungsstil, Flip-Flops und kurze Hose, auf, sondern auch durch seine humoristische Ansprache. Franz Härtl sprach von Curry-Wurst-Kompetenz oder dem Bestehen von Prüfungen durch "gutenbergen" und sorgte vor allem bei den Abiturienten für Lacher.

Gefühlvolles Musikprogramm

Für emotionale Momente sorgte das musikalische Programm durch den Chor des AG und das Vocalensemble der Q12, unter der Leitung von Jochen Kästner. Mit seiner ganz eigenen Interpretation des Liedes "Merci, dass es euch gibt" dankte das Q12-Ensemble den Eltern und Lehrern. Aus dem guten 2,19 Durchschnitt des Jahrgangs ragten vier Schülerinnen mit einer 1,0 heraus: Sophie Engelhardt, Maike Kahlert, Hannah Tischer und Lisa Unverricht.

Sie bekamen den Preis der Ernst-Ludwig-Theodor-Bergmann-Stiftung verliehen. Alle 100 Abiturienten bekamen von Schoofs und Oberstufenkoordinator Rolf Hager ihr Zeugnis überreicht. Die treffendsten Worte des Abends, aus Sicht der Abiturienten, fand Stufensprecher Lukas Oppel, der den Sozialpreis des Fördervereins des AG bekam: "Ein mega-geiler Jahrgang."