"Wie wäre es mal wieder mit einem Besuch bei deiner Cousine?" - Albert steht ziemlich verdattert da, als ihn sein Onkel fragt, deeer Albert, unser Coburger Albert, und fragt sich im nächsten Bildchen: "Ich soll Victoria heiraten? Und vielleicht jahrelang warten? Ich kann ihr ja schließlich nicht einfach einen Antrag machen."

In dieser Darstellung der Geschichte der Ernestiner geht es dann ratzfatz zur bedeutendsten Eheschließung des Herzogshauses Coburg, Sachsen und Gotha im 19. Jahrhundert, des wichtigsten politischen Instrumentariums der Ernestiner. Wir befinden uns schließlich im Comic. Den hat ein einfallsreiches Redaktionsteam zur großen Thüringer Landesausstellung in diesem Jahr verfasst.

Die Landesausstellung in Gotha und Weimar gilt der durchaus großen Geschichte der Ernestiner, einer Dynastie, die Europa in verschiedenen Dimensionen und in weit größerem Maße prägte, als den auf ihre Vergangenheit stolzen, aber meist auf ihren speziellen Aspekt bedachten Coburgern wohl bewusst ist. Die Coburger Ernestiner haben eine über 400-jährige Vor- und Neben-Geschichte in vielfältigen Linien. Die ist heuer im Schloss Friedenstein und im Herzoglichen Museum Gotha und im Residenzschloss Weimar spannend aufbereitet nachvollziehbar. Für Kinder und Jugendliche - durchaus aber auch für comic-freundliche Erwachsene - bietet das schön gedruckte Heft in sechs Episoden humorvoll Einblick in die bewegte Geschichte der ernestinischen Familie, unter den Stichworten der Landesausstellung Glaube, Reich, Land, Wissenschaft, Familie und Künste.


Wo kommen die her?

Am Ende jedes Kapitels befindet sich eine Seite, auf der Hintergrund- und Zusatzinformationen nachgelesen werden können. Ein Vor- und ein Nachwort sorgen zudem für weitere aufschlussreiche historische Einordnung. Alles leicht zu lesen (Text Stefanie Paul) und mit Vergnügen anzuschauen (gezeichnet von Sandra Bach) - ein Medium also zum genussvollen Rekapitulieren: Wie war das mit der Leipziger Teilung von 1485, als die Brüder Albrecht und Ernst aus einem der ältesten Herrscherhäuser Deutschlands überhaupt, den Wettinern, beschlossen, getrennte Wege zu gehen? Wie kam es zu dieser engen Identifikation mit Luther und dem Protestantismus? Was hat es mit dem eben renovierten, prachtvollen und reich ausgestatteten Neuen Museum in Gotha auf sich, das der Coburger Herzog Ernst II. erbauen ließ?

"Wer einmal erfahren hat, wer die Ernestiner sind, und was sie über die Jahrhunderte bewirkt haben, der wird immer wieder an sie denken und bemerken, dass Thüringen und auch Europa ohne die Ernestiner ziemlich anders aussehen würde.", resümiert das witzige Geschichtsbändchen. Was erst Recht für Coburg gilt.

Der Ernestiner-Comic
Klassik Stiftung Weimar / Stiftung Schloss Friedenstein Gotha (Hrsg.): Die Ernestiner. Abenteuer einer großen Familie. Konzept und Redaktion: Michaela Mai, Regina Cosenza, Susanne Hörr und Carola Schüren. Wissenschaftliche Beratung Friedegund Freitag und Karin Kolb. Text: Stefanie Paul, Illustration: Sandra Bach. 44 Seiten.
 Der Comic (nicht nur) für fünfte bis neunte Schulklassen, kann auch zur Vor- und Nachbereitung des Ausstellungsbesuchs in Gotha und Weimar dienen. Die Printversion wird kostenfrei in Schulen geschickt, für Lehrer gibt es zudem eine Handreichung mit Tipps und Möglichkeiten zur Verwendung im Unterricht. Außerdem gibt es eine Online-Version zum Herunterladen. Info unter www. ernestiner2016.de

Landesausstellung Thüringen 2016 Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa. Gotha zeigt in Schloss Friedenstein und im Herzoglichen Museum die Kapitel Familie, Land und Künste. Im Neuen Museum und im Residenzschloss in Weimar geht es um Glaube, Reich und Wissenschaft. Die 2,4 Millionen Euro teure Ausstellung wurde gemeinsam von der Klassik Stiftung Weimar und der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha entwickelte und ist bis zum 28. August zu sehen. Zahlreiche Veranstaltungen und Angebote begleiten die Landesausstellung (detaillierte Informationen im Internet).