Seit 110 Jahren gibt es im kommenden Jahr die TSG Niederfüllbach. Dieses Jubiläum wird noch gefeiert. Ob es ein weiteres geben wird, das steht neuerdings in den Sternen. Halle und Sportplatz stehen dem Verein auf der Basis eines Erbpachtvertrags mit der Gemeinde zur Verfügung. Dieser läuft Ende 2017 aus. Für eine Verlängerung möchte die Gemeinde nun einiges ändern, die TSG-Vorsitzender Achim Brückner "inakzeptabel" nennt. Kommt es nicht zu einer Einigung, fällt das Sportgelände an die Gemeinde.
Der vor 40 Jahren geschlossene Vertrag sichert dem Verein einen jährlichen Zuschuss von Seiten der Gemeinde zu. Dafür muss er allen anderen Niederfüllbacher Vereinen die Nutzung des Geländes gestatten. Bisher hat das gut funktioniert, sagt Brückner.
Natürlich weiß der Verein nicht erst seit heute, dass er sich um eine Verlängerung seines Erbpachtvertrages kümmern muss. Schon vor mehr als drei Jahren haben man dazu Verhandlungen geführt, sagt Achim Brückner. Allerdings wurden noch keine genauen Zahlen für Zuschüsse und dergleichen eingetragen. Heuer schickte der Vorsitzende nun den Vertrag mit eingetragenen Zahlen als Antrag an die Gemeinde. Obwohl inzwischen mehr als drei Monate vergangen sind, bekam er dazu keine Antwort. Grund: Bürgermeister Martin Rauscher (FW) wollte einen eigenen Vorschlag für den neuen Vertrag vorlegen. Was Brückner darüber bisher weiß erscheint ihm mehr als bedenklich. So soll der Verein offenbar alle Grundstückslasten übertragen bekommen. "Das kann ich auf keinen Fall unterschreiben", steht für Achim Brückner fest. Die Risiken sind ihm viel zu hoch. Das beginnt bei der Verkehrssicherungspflicht für das Gelände, zu dem Parkplätze gehören, die als P&R Stellflächen genutzt werden. Es endet bei der Tatsache, dass der Sportplatz über einem mit Müll verfüllten ehemaligen Teich angelegt wurde. Mögliche künftige Kosten für eine Beseitigung dieser Altlasten könne der Verein keinesfalls tragen.
Heute, Dienstag, treffen sich Verantwortliche des Vereins mit dem Hauptausschuss der Gemeinde, um über Vertragsdetails zu sprechen. Eine Verhandlung, in die Bürgermeister Martin Rauscher mit der Zielsetzung geht "sparsam mit Gemeindemitteln umzugehen und gerecht gegenüber allen Vereinen zu handeln", wie er sagt. Eine höhere Eigenbeteiligung des Vereins an den Kosten für das Gelände und weniger Ausgaben für die Gemeinde hat er dabei im Blick. Er signalisiert aber auch Verhandlungsbereitschaft: "Wir sind erst am Anfang der Verhandlungen."
Eine akzeptable Verlängerung ist auch Ziel des Vereins. "Wir wollen Fußball spielen und unsere Halle nutzen", sagt Achim Brückner. Das alles muss aber für den Verein finanziell tragbar sein und darf nicht das Risiko beinhalten, durch unkalkulierbare Risiken ständig um den Fortbestand der TSG fürchten zu müssen. Es wird Sache des Gemeinderats sein, über einen neuen Vertrag zu entscheiden.