Bescheiden sind die Dörfles-Esbacher nicht gerade: Kurzum erklären sie alle zwei Jahre ihre Grundschule zur Kinderuni. Statt Mathe, Deutsch und Religion wird Aquaristik, Raumfahrt und Wasserwirtschaft unterrichtet. Aus 30 verschiedenen Kursangeboten konnten die Kinder in den vergangenen beiden Tagen ihren eigenen individuellen Stundenplan zusammenstellen.

Selbst das Regenwetter konnte den quirligen und neugierigen Schülern nichts anhaben: Voller Staunen beobachteten sie, wie Rettungshund Oskar eine "vermisste Person" hinter dem Trafohäuschen erschnüffelte, wie Pony Balu es genoss, gestriegelt zu werden und was sich so alles in einem Rettungswagen der Wasserwacht verbirgt.

Im Leitbild der Schule heißt es: "Wir vermitteln Werte und Sozialkompetenzen durch ein respektvolles Miteinander, Offenheit, Kritikfähigkeit und ein positives Vorbild. Wir erziehen zu Selbständigkeit und Selbsttätigkeit.
Kinder sollen sich an unserer Schule zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln."

Bei der Kinderuni wird genau das vermittelt. Die Fünf- bis Elfjährigen waren selbstständig im Schulhaus unterwegs und informierten sich nach eigenem Gusto: Laura aus der Klasse 1a grinst übers ganze Gesicht als sie davon erzählt, wie sie echten Honig probiert hat und die Waben anfassen durfte. Dagegen fand Sophia aus der 1b das Zumba-Tanzen wunderbar - auch, wenn es ganz schön anstrengend war.

Mila (1b) besuchte den Kurs "Zeitung machen". Sie war hoch motiviert, wollte genau wissen, wie eine Zeitung entsteht. Die Vielfalt der Kurse reichte von der "Entstehung eines Buches" über den richtigen Umgang mit Internet und Smartphone bis hin zur Lebensmittelpyramide und dem Leben in einem Tümpel. Und die Lehrer? Die durften Mäuschen spielen und sich ebenfalls "schlau" machen.