Ein 33-jähriger Taxifahrer schlug erst auf einen älteren Kollegen im Steinweg ein, dann stieß er einen jungen Mann in ein Schaufenster, das daraufhin zu Bruch ging. Am Schluss beleidigte er einen Polizeibeamten mit deftigen Worten. Nun sitzt er vor Gericht.

Der ältere Taxifahrer, der am 10. April letzten Jahres von dem 33-Jährigen angegangen wurde, sagte als Zeuge aus. Zwei Sicherheitsleute eines benachbarten Lokals hätten den Angeklagten schließlich zurückgehalten. "Ansonsten hätte er mir die Zähne ausgeschlagen", war er sich sicher.


Blut im Gesicht und an Händen

Zurück zur Tatnacht: Eine Viertelstunde nach den Schlägen sitzt ein junger Steinwegbesucher im zerbrochenen Schaufenster eines Reformhauses. Er blutet im Gesicht und an den Händen. So erzählten es der junge Mann und sein Freund, die beide als Zeugen geladen waren, am Montagvormittag vor dem Amtsgericht Coburg. Der Angeklagte habe ihn mit einem üblen Spruch angemacht, sagte der junge Mann aus, und er habe ihm eine entsprechende Antwort gegeben. Daraufhin sei er von dem 33-Jährigen in die Scheibe eines Geschäftes geschubst worden, die schließlich zerbarst. Der junge Mann musste im Krankenhaus genäht werden und behielt eine zwei Zentimeter breite, sichtbare Narbe an der Stirn zurück. Der Sachschaden für die Scheibe belief sich auf 4000 Euro. Auch drei Polizeibeamte kamen zu Wort: Sie ermittelten am Tatort und nahmen den Taxifahrer fest. Einen der beteiligten Beamten beleidigte dieser daraufhin mit sexistischen Bemerkungen übelster Art. Der betroffene Polizist und sein Vorgesetzter stellten Strafantrag. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 33-jährigen Coburger gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vor.

Der Angeklagte leugnete den Schlag, den er seinem älteren Kollegen versetzt haben soll: "An dem Abend ist gar nichts passiert. Keine Ahnung, warum der das behauptet." Dass er den jungen Mann in das Schaufenster gedrückt habe, gibt er zu: Allerdings habe der Streit gesucht und sei verbal auf ihn losgegangen. Er habe sich nur gewehrt.


Zwölf Personen waren als Zeugen geladen

Zwölf Personen sagten in dem Prozess als Zeugen aus. Laut einem medizinischen Gutachten hatte der Angeklagte zur Tatzeit zwei Promille Alkohol im Blut. Der Mann war schon einmal straffällig: Im Jahr 2012 erhielt er eine Geldstrafe wegen Nötigung und Bedrohung. Den zwei Polizeibeamten, die als Zeugen aussagten, war der Mann bereits vorher aufgefallen. Gegen 1.45 Uhr seien sie informiert worden, weil jemand gegen die Tür einer Kneipe uriniert habe. Der Angeklagte sei von Zeugen erkannt worden. Zur Rede gestellt, habe er den Beamten ins Gesicht gelacht und ihnen gesagt, das müssten sie "erst einmal beweisen".

"Der Angeklagte hat eine beeindruckende Erscheinung, er ist groß und stark", sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Sie sah es als erwiesen an, dass der Mann die ihm vorgeworfenen Taten begangen hatte. "Er weiß um seine Schlagkraft." Sie bezeichnete den Coburger als "Aggressor". Richter Ortwin Jaunich war ebenso der Meinung, dass der Mann die drei Taten genau so verübt hatte. Er sprach den Mann der vorsätzlichen und gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung schuldig und verhängte ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung. Zudem muss der Coburger 1500 Euro Geldstrafe zahlen, binnen vier Monaten an drei Suchtberatungsgesprächen teilnehmen und die Kosten des Verfahrens tragen.