Seit dem 1. August 2013 ist das Jagd- und Fischereimuseum Schloss Tambach geschlossen. Vorübergehend, heißt es offiziell. Doch eine Aussicht, dass es wieder geöffnet wird, besteht wohl nicht. Das wurde bei der Sitzung des Zweckverbandes am Donnerstag deutlich.
Verantwortlich für den Museumsbetrieb ist seit der vorläufigen Schließung eine Stiftung. Diese hat auch die Schließung verfügt. Bei der Verbandsversammlung wurde die Frage laut, wie lange das Museum geschlossen bleiben darf, ohne gegen den Förderzweck zu verstoßen. Dies wird noch zu klären sein.


Gemeinde koordiniert Vermietung

Die Räume können während der Schließung vermietet werden. Das zu koordinieren, hat die Gemeinde Weitramsdorf übernommen.Die vorhandenen Seminarräume hat die Jagdschule der Coburger Jägerschaft angemietet, die dort Vorbereitungskurse für die Jägerprüfung abhält.
Neben der Stiftung und dem Zweckverband existiert noch ein Förderverein. Entsprechend der Satzung hat dieser die Betriebskostenumlage zu tragen. Davon ist der Verein aber zurzeit befreit, weil seine Finanzmittel schlicht aufgebraucht sind. Der Verein befindet sich inzwischen in Auflösung, hieß es bei der Versammlung.


Landkreis unterstützt

Der Landkreis Coburg hat einen Zuschuss in Höhe von 35 000 Euro zu den Betriebskosten geleistet. Der Haushaltsansatz des Zweckverbands wäre sogar um 5800 Euro höher gewesen, musste aber nicht ausgeschöpft werden. Im Vergleich zum Jahr 2014 fiel der Zuschussbetrag sogar 14 800 Euro niedriger aus. Einsparungen konnten vor allem erzielt werden, weil die Heizung der Räume reduziert wurde. Das wiederum war erst möglich, nachdem vor allem wertvolle temperaturempfindliche Exponate des Museums aus den Ausstellungsräumen entfernt wurden. Einen freiwilligen Zuschuss steuerte auch die Gemeinde Weitramsdorf bei. Er betrug zuletzt 7670 Euro.
Der Zweckverband muss seine finanziellen Mittel durchaus zusammenhalten. Denn, wenn der Mietvertrag nach 30 Jahren Ende Oktober 2019 abläuft, wird nicht wenig Geld erforderlich sein, um für die Abwicklung und die Rückführung der Exponate nach München zu sorgen. Zudem hat der Zweckverband eine Spende von 1800 Euro angenommen, die ausdrücklich für die Reparatur von beschädigten Vitrinen gegeben wurde. Auch dieser Betrag muss vorgehalten werden, da er nicht verwendet wurde und deshalb möglicherweise zurückgefordert werden könnte.


Zweckverband ohne Schulden

Schulden hat der Zweckverband laut Rechenschaftsbericht nicht. Die Jahresrechnung für das Jahr 2015 wurde von der Verbandsversammlung ohne Probleme abgesegnet. Der Verwaltungshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 60 500 Euro der Vermögenshaushalt mit 10 200 Euro. Die Rücklage wird zum 31. Dezember 2014 mit einem "Ist" von knapp 79 000 Euro angegeben zum 31. Dezember 2015 mit gut 75 000 Euro. Allerdings musste die Rücklage zur Kassenverstärkung herangezogen werden, so dass der Stand zum Jahreswechsel nur noch rund 65 000 Euro ausweist.
Der Verband hofft, die Räume gelegentlich noch für Veranstaltungen vermieten zu können, um zumindest geringe zusätzliche Einnahmen zu generieren.