Ob in kleinen oder in riesigen Formaten, führen sie heraus aus unserem Normal(er)leben. Die stimmungsvollen Linol- und Holzschnitte bilden großstädtische Architektur und Straßenlandschaft ab. Menschen haben darin so gar nichts mehr verloren. Gedämpfte Farbigkeit führt in ein Nacht- und Traumleben, das uns diesen Teil unserer Welt fremd werden lässt. Und dabei selbstverständlich neues Interesse darauf lenkt.

Von der abgründigen Nüchternheit dieser "Urbanitas" setzen sich die witzig-schrägen Linien der comicartigen Darstellungen von Großstädtischem ab. Historisches wie moderne Hochhäuser stehen da im Gewimmel. Menschen brauchen diese Stadtwelten aber auch nicht.

Die melancholischen Stimmungen verstärken sich noch, wenn Alff die Blätter mit einem speziellen Kleber auf Platten zieht; dann setzt eine weitere Entwicklung ein. Als ob sich fleckige Vergänglichkeit über die technischen Konstrukte der Menschen legen würde. Malen könnte man das nicht, sagt der Künstler. Die reizvolle Düsternis kommt aus diesem Verfahren.

Kunstverein Coburg Harald Alff - Urbanitas. Hochdrucke. Eröffnung heute um 16 Uhr. Einführung durch die Leipziger Kunsthistorikerin Sabine Elsner. Bis 21. August. Katalog-Broschüre: 10 Euro.

Harald Alff geboren 1963 in Leipzig, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, war Meisterschüler bei Hildegard Koger und Karl-Georg Hirsch. Seit 1999 arbeitet er freischaffend. Zusammen mit drei Kolleginnen betreibt er in Leipzig eine eigene Galerie und Werkstatt für Holzschnitt und Hochdruck. Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in der weiteren Region.