Die Endrunde der besten acht Luftgewehr-Mannschaften Deutschlands wird zum vierten Mal in Folge ohne die SG Coburg stattfinden. Der deutsche Meister von 2008, 2009 und 2015 musste sich bei seinem Heimwettkampfwochenende in der Coburger Pestalozzihalle zweimal gegen Topteams geschlagen geben und hat nach neun von elf Wettkämpfen keine Chance mehr auf die ersten vier Plätze in der 1. Bundesliga Süd.

Stattdessen muss das "Team CO" noch am letzten Wettkampfwochenende am 11./12. Januar 2020 in Wolnzach um den Klassenerhalt kämpfen. Der derzeitige Tabellenneunte sollte in den Duellen mit SV Germania Prittlbach (8. Platz) und SV Hubertus Kastl (10. Platz) zumindest noch einen Kampf für sich entscheiden, um nicht noch auf einen der beiden Abstiegsränge abzurutschen.

"Wir dürfen nicht locker lassen. Am letzten Spieltag wachsen oft Teams über sich hinaus. Wir müssen alles dafür tun, den Super-Gau, sprich den Abstieg, zu vermeiden", erklärt SG-Kapitän Jürgen Wallowsky.

SG Coburg - Eichenlaub Saltendorf 1:4

Viele Hundert Zuschauer in der Coburger "Pesta" sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Die Wettkämpfe bewegten sich entsprechend teilweise auf Weltklasse-Niveau. "Wir haben unser Zeug gebracht, aber unsere beiden Gegner waren überproportional stark, absolute Weltklasse, schon fast außerirdisch", resümierte Wallowsky. Mit 1985 Gesamtringen als Team stellte Saltendorf im Duell mit Coburg am Samstag sowohl seinen Vereinsrekord als auch die Saisonbestmarke in der 1. Bundesliga Süd ein.

Der Vergleich an Position 1 zwischen SG-Schützin Sabrina Hößl und Alexander Schmirl war nichts für schwache Nerven. Diese behielt aber schließlich die junge Coburger Schützin, die nach Gleichstand (398:398) mit dem Stechschuss gewann.

Auf ähnlich hohem Niveau waren auch die Duelle an den Positionen 2 und 3. Trotz starker Leistungen mussten sich die Coburger Schützen Jürgen Wallowsky (395 Ringe) und Bernhard Pickl (396) aber knapp geschlagen geben. Besonders Wallowskys Gegnerin, Julia Simon, wuchs mit 399 Ringen über sich hinaus. Die 28-jährige deutsche Schützin gilt als heiße Olympia-Kandidatin für Tokio 2020 und war vor den Augen des Bundestrainers anscheinend besonders motiviert. Während bei den Gästen selbst auf den hinteren Positionen kaum ein Leistungsabfall festzustellen war, schossen die Coburger Lorenz Gluth (Position 4) und Andreas Geuther (5) zwar ordentlich, waren letztlich aber chancenlos. Geuther hatte zusätzlich Pech mit einem technischen Defekt. Eine Waffenstörung zwang den aus Grub am Forst stammenden Schützen zur vorzeitigen Aufgabe.

So feierte das Oberpfälzer Team trotz einer sehr guten Leistung des "Team CO" schließlich einen ungefährdeten 4:1-Erfolg. SG Coburg - SSG Dynamit-Fürth 2:3

Den Abschluss des Wettkampfwochenendes in der Vestestadt bildete am Sonntagmittag das fränkische Derby. Die Coburger mussten diesen Kampf unbedingt gewinnen, um sich die theoretische Chance auf den Einzug in das Bundesliga-Finale zu wahren. Und zumindest die Coburger Topschützin Sabrina Hößl war fest entschlossen, dies zu schaffen. Mit erneut 398 Ringen deklassierte sie die zwölffache Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter, die an diesem Tag mit 390 Ringen deutlich unter ihren Möglichkeiten blieb.

Damit war die 48-Jährige bei den Fürthern aber die Ausnahme, denn die restlichen vier Schützen aus Mittelfranken erwischten allesamt einen sehr guten Tag. Silvia Rachl (397) an Position 2 ließ Routinier Wallowsky (392) kaum eine Chance. Immerhin sorgte der Österreicher Pickl mit einem 393:391-Sieg über Maximilian Wolf für den zweiten Punkt und Hoffnung im Coburger Lager.

Manuel Wittmann, der am Samstag noch nicht zum Einsatz gekommen war, zeigte eine ordentliche Leistung an Position 4, musste sich aber dem wie entfesselt auftretenden Pascal Walter (399) beugen. "Dass ein Schütze an Position 4 399 Ringe schießt, habe ich in meiner Karriere, so weit ich mich erinnern kann, noch nie erlebt. Das war außergewöhnlich", so Wallowsky.

Ähnliches galt für Georg Zott (396), der genauso wie Rachl und Walter ausgerechnet in Coburg seine Saisonbestleistung schoss und alle Hoffnungen der Coburger auf einen Heimerfolg zunichtemachte. "Die Organisation war vorbildlich, die Unterstützung des Publikums war sehr gut. Das war eine tolle Werbung für unseren Sport, nur das i-Tüpfelchen hat am Ende gefehlt", sagt Wallowsky.

Die Ergebnisse

SG Coburg - Eichenlaub Saltendorf 1:4

Ergebnisse: Sabrina Hößl - Alexander Schmirl 398:398 (10:9), Jürgen Wallowsky - Julia Simon 395:399, Bernhard Pickl - Helmut Kächele 396:396 (9:10), Lorenz Gluth - Claudia Brunner 390:397, Andreas Geuther - Andreas Preis 255:395. Gesamtringergebnis: 1834:1985

SG Coburg - SSG Dynamit-Fürth 2:3

Ergebnisse: Sabrina Hößl - Sonja Pfeilschifter 398:390, Jürgen Wallowsky - Silvia Rachl 392:397, Bernhard Pickl - Maximilian Wolf 393:391, Manuel Wittmann - Pascal Walter 392:399, Lorenz Gluth - Georg Zott 389:396. Gesamtringergebnis: 1964:1973