Gerade einmal vier Wochen hat der Trainer des HSC 2000 Coburg, Jan Gorr, seine neue Mannschaft um sich versammelt, aber die hat in den letzten Wochen bereits Konturen angenommen. Bis zum Samstag wurden alle Testspiele gewonnen.
Gerade beim am gestrigen Sonntag zu Ende gegangenen Sparkassencup machte der HSC 2000 Coburg nachhaltig auf sich aufmerksam, sorgte in der Gruppenphase mit drei Siegen gegen Eisenach, Aue und den russischen Vertreter Lokomotive Cheljabinsk, wie bereits ausführlich berichtet, für Furore.

"Leistung nicht selbstverständig"

Schon da zeigte sich Jan Gorr zufrieden, relativierte aber die Erfolge: "Gerade zum letztlich entscheidenden Spiel um den Halbfinaleinzug gegen Eisenach muss man sagen, dass die einen noch größeren Umbruch als wir zu bewältigen haben. Aber auch so muss ich meinem Team für das Engagement loben. Das ist nach der harten Vorbereitungsphase nicht selbstverständlich."
Dadurch schaffte Coburg es ins Halbfinale gegen den Erstligisten TBV Lemgo. Auf den gleichen Gegner war man im September 2006 im DHB-Pokal bereits einmal getroffen, zog damals mit 24:32 den Kürzeren, hielt aber 40 Minuten gut mit.
Gestern lag der HSC bereits zur Pause deutlich in Rückstand. So hatten die Lemgoer erneut das bessere Ende für sich, gewannen mit 36:29.

Viteks Nasenbeinbruch bestätigt

Einen Rückschlag musste Coburg bereits vor der Partie hinnehmen. Jiri Viteks Nasenbeinfraktur hatte sich bestätigt. Jan Gorr zu ersten Niederlage in der Vorbereitung: "Lemgo war in der ersten Halbzeit eine Klasse besser. Das hat uns gezeigt, dass wir noch einiges tun müssen. Trotzdem war das eine wertvolle Rückmeldung an uns." War es ein Vorteil in einer Gruppe ohne gestandenen Erstligisten zu sein? Jan Gorr: "Auch Eisenach muss man in der Ausweich-Heimhalle erst einmal bezwingen. Es gibt aber wenige Turniere, die so ein breites und gutes Feld zu bieten haben. Unsere Gegner waren von der Spielanlage her sehr unterschiedlich. Wir haben es trotzdem erstmalig ins Halbfinale geschafft und somit kann ich ein absolut positives Fazit ziehen."

Alle fiebern auf heute Abend

Heute Abend folgt dann, insbesondere für die Handballfans in der Region, der Höhepunkt in der Vorbereitungsphase. Um 19 Uhr tritt der HSC gegen den 20-maligen Deutschen Meister Turnverein Hassee-Winterbek Kiel an. Dessen Trainer Alfred Gislason hat klare Ziele für die kommende Saison und Titel 21 im Visier: "Wir wollen im DHB-Pokal und in der Champions League das Finale erreichen und Deutscher Meister werden."

"Nicht nur just for fun"

Die Vorbereitung auf das Spiel und das Spiel selbst "ist nicht nur just for fun - das gibt es nicht mehr. Wir wollen auch gegen Kiel ein paar Sachen weiterentwickeln", macht Gorr klar, dass es mit dem nötigen Ernst zur Sache gehen wird.
Sein Team hatte "nach dem Marathon der letzten Tage und Wochen" am gestrigen Sonntag frei, doch bereits am heutigen Vormittag geht es weiter. Und ab da kreisen die Gedanken um den THW Kiel. Man darf gespannt sein auf die Duelle von Dominic Kelm am Kreis gegen Niklas Landin im Kieler Tor, auf Marko Vujin und Steffen Weinhold im rechten Rückraum sowie Rene Toft Hansen und Patrick Wienczek am Kreis gegen die HSC-Abwehr.

Nur noch wenige Karten

Wer noch Karten will, sollte sich sputen. Als die HSC-Geschäftsstelle am Freitag schloss, waren gerade noch einmal 250 Karten zu haben, wer heute Abend dabei sein will, darf sich das nicht mehr lange überlegen. Die Arena öffnet um 16.30 Uhr. Da wird das Vorspiel zwischen der B-Jugend des HSC und dem Post SV Nürnberg angepfiffen.

Gemeinsame Autogrammstunde

Um 17 Uhr gibt es eine gemeinsame Autogrammstunde des HSC und des THW. Ab 18 Uhr wird der Countdown zum Spiel eingeläutet, das die Massen elektrisieren wird. Doch das ist noch nicht das Ende der sich aneinander reihenden Höhepunkte. Die Vorbereitung wird zwar mit einem Trainingslager in Hildesheim abgeschlossen, wo auch der neue Mannschaftskapitän bestimmt wird.

Auch Wetzlar zu Gast in Coburg

Doch vor Einstieg in die Punkterunde findet in der HUK-Coburg Arena am Wochenende, 15. und 16. August eines der 16 Final-Four-Turniere zum Einzug in das Achtelfinale um den DHB-Pokal statt. Der HSC trifft dabei am Samstagabend im Halbfinale auf die HSG Konstanz, zuvor muss Bundesligist HSG Wetzlar gegen die SG Kleenheim antreten. Die Sieger spielen am Sonntagnachmittag um den Einzug in die nächste Runde.