Bollwerk des TV Weidhausen hält nur eine Hälfte

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Daniel Metz (Mitte) und seine HSG-Teamkollegen wurden im Derby von den Bad Rodachern um Benjamin Franzl (links) und Christoph Tendera (rechts) nicht geschont. Foto: Iris Bilek
Daniel Metz (Mitte) und seine HSG-Teamkollegen wurden im Derby von den Bad Rodachern um Benjamin Franzl (links) und Christoph Tendera (rechts) nicht geschont.  Foto: Iris Bilek

Die Weidhausener spielen beim Tabellenführer Bayreuth II eine überragende erste Halbzeit, verlieren aber knapp. Eng war es auch zwischen Rödental und Rodach

Ihre wohl stärkste Saisonleistung zeigten die Männer des TV Weidhausen beim Spitzenreiter in Bayreuth, der sich in den vergangenen Wochen in überragender Form präsentierte. Die Mannschaft von Trainer Frank Steinberger hielt HaSpo II im ersten Durchgang bei sechs eigenen Treffern - für den Sieg reichte es aber letztlich nicht ganz (26:23). Auch der zweite Favorit auf den Titel, die HSG Rödental/Neustadt, musste in den 60 Minuten alles geben, um das Nachbarduell gegen die SG Bad Rodach/Großwalbur mit 25:22 für sich zu entscheiden. Überraschend deutlich musste sich die HG Hut/Ahorn bei der SG Marktleuthen/Niederlamitz geschlagen geben.

HSG Rödental/Neustadt - Bad Rodach/Gr. 25:22 (14:13)

Ein packendes Derby bekamen die zahlreich erschienenen Zuschauer in der Neustadter Frankenhalle zwischen der HSG und der SG Bad Rodach/Großwalbur zu sehen. 58 Minuten lang gelang es keinem der beiden Teams sich vorentscheidend abzusetzen, ehe die HSGler in den Schlussminuten einen Zahn zulegten und die Partie für sich entschieden.

Dass dies den Hausherren nicht schon vorher gelungen war, lag an der schwachen Chancenverwertung an diesem Tag. Neben zahlreichen Aluminiumtreffern scheiterten die Rödentaler häufig am erfahrenen Keeper Simon Weiß, der an diesem Nachmittag eine Galavorstellung ablieferte. "Mit den 22 Gegentoren und unserer Defensivleistung können wir so weit zufrieden sein. Wir haben uns das Leben heute allerdings selbst schwer gemacht, wir hatten immer wieder die Chancen uns weiter abzusetzen, haben dann aber einfach zu kompliziert gespielt und die Bälle nicht im gegnerischen Kasten untergebracht. Dadurch haben wir Rodach noch stärker gemacht und diese Geschenke haben sie auch dankend und kompromisslos angenommen", konstatierte der fünffache HSG-Torschütze Florian Bernecker nach Spielende. "Wir haben aber dennoch immer an unseren Sieg geglaubt und dann auch die nötige Moral gezeigt."

HSG Rödental/Neustadt: De Rooij, Faber; Weitz (7/2), Bernecker (5), Anthofer (4), Göpfert (3), Metz (2), Rehm (2), Oehrl (1), Cichon (1/1), Boseckert, Jäckel, Korn SG Bad Rodach/Gr.: Lippold, Weiß; Tendera (4), Ellis (4), Rottenbach (4/2), L. Wutschka (3), Kuhn (2), Kretschmer (2), Kräußlich (1), Lutz (1), Franzl (1), Fischer, Paul, Schlund. dm

HaSpo Bayreuth II - TV Weidhausen 26:23 (6:13)

"Wir haben hier heute nichts zu verlieren und wir kämpfen füreinander bis zum Schluss", gab Trainer Frank Steinberger als Marschroute für das Spiel gegen HaSpo Bayreuth II aus. Seine Jungs sollten diese Worte nahezu über die komplette Spielzeit im Ohr behalten, denn schon in der Anfangsphase boten die Gäste eine überzeugende Leistung. Besonders der Abwehrverbund harmonierte gegen die körperlich starken Wagnerstädter, so dass sich die Gastgeber schwer taten, Mittel gegen die beherzte Weidhausener Abwehr zu finden. "Nur sechs Gegentore in der ersten Hälfte gegen diese Bayreuther Mannschaft zu bekommen ist ein unglaublicher Wert", resümierte Steinberger.

Auch in der Offensive spielte Weidhausen mannschaftlich geschlossen und fand 13 Mal den erfolgreichen Abschluss auf das Bayreuther Tor. Die 13:6-Pausenführung war zwar überraschend, aber keinesfalls unverdient. In Hälfte 2 gelang es Bayreuth immer mehr, in ihr gewohntes Spiel zu finden. Der TVW zeigte nun weniger Durchschlagskraft und auch Fehler schlichen sich in das Spiel des Tabellenneunten ein, die Bayreuth eiskalt auszunutzen wusste. In der 41. Spielminute gelang Bayreuth der Ausgleich. Die Gäste steckten aber nicht auf und hielten bis zum Ende des Spiels gut mit. "Die Überraschung blieb aus, aber ich bin unglaublich stolz auf mein Team, das heute Herz und Kampf gezeigt und sich lange gegen starke Bayreuther gestemmt hat", bringt es Steinberger auf den Punkt.

Nach 60 Minuten zeigte die Anzeigetafel ein 26:23 für den Tabellenführer an. "Wenn wir auch in den nächsten Spielen die Leistung wie heute gegen Bayreuth zeigen, müssen wir uns vor keinem Gegner verstecken", zeigte sich auch Betreuer Tobias Masching optimistisch.

TV Weidhausen: Swoboda, Zapf; C. Büttner (9), S. Büttner (5/5), F. Büttner (5), Querfeld (3), Freitag (1), Reichel, Pechauf, Walter, Schmidt, Staude.tip

Marktleuthen/Niederlamitz - HG Hut/Ahorn 27:16 (11:6)

Gute 20 Minuten der Gäste reichten nichts aus, um beim Tabellennachbarn Marktleuthen/Niederlamitz eine Siegchance zu haben. Die ersten 20 Minuten waren für die Gäste zum Vergessen (8:3), vor allem in Angriff lief bei den Mannen um Spielertrainer Dominik Harbecke überhaupt nichts zusammen. Nach einem kurzen Zwischenhoch (9:6, 28.), bauten die Gastgeber ihre Führung zur Halbzeit wieder auf fünf Treffer aus (11:6). Wie verwandelt kam die HG aus der Kabine, nach 39 Minuten war das Spiel fast ausgeglichen (13:12). Doch den Gleichstand sollten die Ahorner - mit Ausnahme des 1:1 - nicht mehr herstellen. Ganz im Gegenteil, jetzt wurde es wieder richtig deutlich. Mit einem 6:1-Lauf der Gastgeber war die Vorentscheidung eine Viertelstunde vor Schluss mehr oder weniger gefallen (20:13). Auch aufgrund von vielen Zwei-Minuten-Strafen gegen die Gäste kam es in den letzten Minuten noch viel schlimmer, die Hausherren zogen auf bis zu 13 Tore weg und feierten einen in dieser Höhe überraschenden Heimerfolg.

HG Hut/Ahorn: Lesch, Ponsel; Harbecke (4/2), Hofmann (4), Beetz (4), Schulze (2), Röttger (1), Mundt (1), Birkner, Straub, Friedrich. ct