Bisweilen führt erst der Umweg endgültig zum Erfolg. Zum Beispiel der Umweg über Paris. Bevor sich der einst verpönte Tango in Argentinien auch in der Oberschicht etablieren konnte, wurde er in der französischen Hauptstadt gefeiert. Und aus Argentinien schließlich kam der Tango dann wieder nach Europa, wurde nicht zuletzt durch die Anziehungskraft des Namens Astor Piazzolla als Tango Nuevo zum Welterfolg.

Dass sich die Magie der Tango-Klänge freilich nicht allein auf Astor Piazzolla reduzieren lässt, bewies das Duo Fracanapa mit einem umjubelten Trio-Auftritt bei "Leise am Markt" in Coburg. Gemeinsam mit Dietmar Engels, Solo-Kontrabassist des Philharmonischen Orchesters, präsentierten Susanne Hofmann (Violine) und Matías González (Bandoneon) eine faszinierende Reise durch die Tango-Geschichte.

Hofmann und González konzertieren seit Jahren erfolgreich als Tango-Duo, sind aber zugleich der Kern des Tango-Quintetts Fracanapa, das vor knapp zwei Jahren bei seinem Debüt beim Coburger "Verein" gefeiert wurde. Gemeinsam mit Dietmar Engels boten sie dem Coburger Publikum ebenso anspruchsvolle wie vielseitige Tango-Kammermusik - feinnervig, detailreich und reaktionsschnell im Zusammenspiel.

Ein Solo beim Heimspiel

Die schier unaufhaltsame Erfolgsgeschichte des Tangos - sie spiegelte sich an diesem Abend in Werken von Francisco Canaro über Anibal Troilo und Horacio Salgan bis zu Leopoldo Federico und Astor Piazzolla. Auch von der Besetzung her bot der Abend reichlich Abwechslung.


Seit vielen Jahren ist der Kontrabassist Dietmar Engels in seiner Wahlheimat als Ensemble-Gründer und Lehrer der Motor der Tango-Begeisterung. Sein Heimspiel in Coburg nutzte er auch zu einem fulminanten Solo und bewies, dass sich Astor Piazzollas Musik - geschickt arrangiert - sogar auf einem Kontrabass solistisch effektvoll interpretieren lässt. Aber auch in wechselnder Duo-Besetzung beeindruckten die Interpreten, zogen ihr Publikum in Bann mit ihrem ebenso klangschönen wie ausdrucksvollen Musizieren.


Enthusiastischer Beifall


Als Dank für enthusiastischen Beifall servierte das Trio schließlich noch eine Zugabe - Piazzollas "Verano Porteno" in einer ungemein spannungsvollen, pulsierenden Interpretation.