Endgegner Coburger Rutscher. Tim Mälzer stellte Alexander Herrmann bei "Kitchen Impossible" die Aufgabe, dieses fränkische Gericht zu kochen - vor den Augen eines Experten.
In der dritten Folge von "Kitchen Impossible" (Vox, 26. April 2026) schickt Tim Mälzer seinen fränkischen Dauerkontrahenten Alexander Herrmann ausgerechnet in dessen Heimat - und das fränkische Traditionsgericht Coburger Rutscher bringt den Zwei-Sterne-Koch ins Schwitzen.
Tim Mälzer weiß genau, wie er maximale Fallhöhe erzeugt. Für Alexander Herrmann, der im Landkreis Kulmbach sein Restaurant führt, geht es nach Coburg ins Restaurant Froschgrundsee von Hannes Scammell. "So eine Sch...", sagt Herrmann, als er sieht, dass er die besonders weichen fränkischen Klöße zubereiten muss.
"Hasse das jetzt schon": Alexander Herrmann versucht sich an Coburger Rutschern
"Fast jede Ortschaft hat ihre eigene Art und Weise, mit Kartoffelkloß umzugehen." Im 60 Kilometer entfernten Wirsberg koche man sie ganz anders, sagt er. "Es ist so kompliziert, die zu machen. Eine Aufgabe im engsten Kreis um meine Wurzeln herum. Davor habe ich Respekt", so der 54-Jährige. Die Herausforderung: Der TV-Koch kann nicht einfach nach Rezept arbeiten. Denn hinter den Coburger Rutschern verbirgt sich eine knifflige Handwerkskunst: Jeder Kloß wird anders gemacht, die Konsistenz und Technik erfordern ein Fingerspitzengefühl, das sich über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, aneignet. "Das macht's impossible."
Herrmann versucht, die Vorgehensweise der Klöße aus seinen Erinnerungen hervorzuholen. "Ein Teil Kartoffeln wird zu Brei, der andere Teil wird gerieben." Das presse man dann aus. "Dann kommt eine eigentlich knallheiße Kartoffelsuppe drauf." Diese gare die rohe Kartoffel und "verkleistere" sie, wie er erklärt. "Dann werden Rutscher geformt und direkt ins heiße Wasser" reingegeben. "Der Coburger Kloß mit seiner Cremigkeit ist einzigartig, meiner Meinung nach", sagt Hannes Scammell vom Froschgrundsee.
Er zeigt daraufhin im Detail, wie er die Spezialität zubereitet. "Das Verhältnis ist wichtig: nicht zu viel Rohmasse, nicht zu viel Brei." Vor Ort macht sich bei Herrmann schon früh Frust breit: "Ich hasse das jetzt schon", flucht er über "die sche...ß Reiberei". Die Tatsache, dass er "nichts abgewogen hat", sieht Scammell, der ihn beobachtet, als "nicht sinnvoll" an. Zudem presse er zu viel Wasser aus. Immerhin rechnet Scammell ihm das Auffangen der Stärke positiv an. Doch das Verhältnis der Zutaten stimme nicht.
TV-Koch überzeugt nicht ganz - das bemängelt der Rödentaler Gastronom
Die Kartoffelsuppe glich eher einem Kartoffelpüree, kommentiert der Inhaber des Rödentaler Restaurants weiter. Herrmann, der kürzlich bei "Promi Taste" enttäuscht von seiner Leistung war, merkt: Die Klöße sind zu fest. Dies versucht er mit Aufkochen wieder gutzumachen, doch es hilft nichts. Das Urteil der geladenen Jury: kein echter Coburger Rutscher. "Besser hätte ich's heute nicht hingekriegt", so Herrmann über seinen ersten Versuch.
"Irgendwie hat er es hinbekommen, dass der Kloß trotzdem irgendwo weich war, aber im Mundgefühl war er ganz was anderes durch die Stärke", urteilt Scammell. Die Bewertung lautet 6,7 Punkte - eine Zahl, die Herrmann mit fränkischem Galgenhumor quittiert: "Im Grunde muss ich froh sein, dass ich überhaupt noch in meine Heimat zurückfahren darf, weil ich das heilige Sakrileg des falschen Kloßes an den Händen hatte." Im Mai lädt Herrmann zu einem großen Food-Festival mit 100 Ausstellern in seiner Heimat Wirsberg.