Die Stadt müsse den heimischen Firmen in der Krise finanziell zur Seite stehen: Das hatte Christian Meyer, Oberbürgermeisterkandidat der CSU, unter anderem im Kandidaten-Talk am Mittwoch gefordert. Bei seinem Kontrahenten Dominik Sauerteig (SPD) war er da schon auf Skepsis gestoßen: Es gebe die Rettungsschirme von Bund und Land, und direkt helfen dürfe die Stadt ohnehin nicht.

Am Donnerstag ging ein Eilantrag der CSU bei der Stadt ein, Tenor: Der Stadtrat müsse schnellstens tagen und einen kommunalen Rettungsschirm für die heimischen Unternehmen aufspannen, wenn das rechtlich möglich ist. Ist es nicht, lautete am Freitag die Antwort von Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD). "Ich kann die Antwort einer Ministerialrätin des Innenministeriums zitieren, das einen kommunalen Rettungsschirm vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Situation und der daraus zu erwartenden Herausforderungen unverändert nicht für vertretbar hält, wenn seitens der Kommunen Bürgschaften, (zinslose) Darlehen oder (verlorene) Zuschüsse an rein privatwirtschaftliche Unternehmen gewährt werden, ohne dass eine kommunale Aufgabe vorliegt." Auch Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz halte einen kommunalen Rettungsschirm aus rechtlicher Sicht für nicht praktikabel, sagt der OB. So etwas sei auch nicht Aufgabe der Kommunen. Die müssten ohnehin erhebliche Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen fürchten. Tessmers Fazit: "Die eindeutige Message: Die riesig aufgespannten Rettungsschirme von Bund und Land sollen genutzt werden!"

Unabhängig davon nutze die Stadtverwaltung alle ihre Möglichkeiten, um Gewerbetreibenden und Händlern entgegen zu kommen, betont Tessmer: Mietforderungen in städtischen Gebäuden würden ab 1. April vorerst bis Ende Juni ausgesetzt und bis Ende des Jahres gestundet. Das solle helfen, Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Bei großen Problemen sollen sich die Mieter direkt an die Stadt beziehungsweise die Wirtschaftsförderungsgesellschaft wenden. Auch Steuerzahlungen könnten zinslos gestundet werden. Steuervorauszahlungen würden schnell und unbürokratisch angepasst, verspricht der OB. Bei Fragen stehe die Wifög unter Telefon 09561/892301 zur Verfügung. Auch den Normalbürgern kommen die Stadt und ihr Unternehmen Wohnbau Coburg entgegen, indem sie Mietrückstände vorläufig nicht einfordern. Auch die Kinderbetreuungskosten könnten im Einzelfall erstattet werden.