Neuer Textilmarkt im Rödentaler Westen

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Der ehemalige Media-Markt in Rödental. Hier soll ein neuerTextilmarkt einziehen.Berthold Köhler
Der ehemalige Media-Markt in Rödental. Hier soll ein neuerTextilmarkt einziehen.Berthold Köhler

Das Gebäude des Media-Markts soll wieder genutzt werden. Für Diskussionstoff sorgte, dass die Stadt Auftragsvergaben künftig in Coburg erledigen lässt.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrates beschloss das Gremium, den Bebauungsplan des Gewerbegebietes an der A 73 dahingehend zu ändern, dass das Gebäude des ehemaligen Media-Marktes als Textilmarkt mit einer Verkaufsfläche von 3900 Quadratmeter genutzt werden kann.
Über den Betreiber wurde in der öffentlichen Sitzung nichts bekannt.


Vorschriften immer komplexer

Die Stadt Rödental wird zukünftig die zentrale Beschaffungsstelle der Stadt Coburg nutzten. Dies beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Hintergrund der Maßnahme ist, dass die Vorschriften bei der öffentlichen Auftragsvergabe so komplex geworden sind, dass dies niemand mehr "nebenbei" erledigen kann und Fachleute benötigt werden, die sich Tag für Tag mit dieser Thematik beschäftigen. Auch schwebt über den Kommunen das Damoklesschwert, dass bei Verfahrensfehlern gewährte staatliche Zuschüsse zurückgezahlt werden müssen.

Leicht machte sich der Stadtrat die Entscheidung nicht. Elmar Paulanek (CSU) äußerte die Befürchtung, dass man sich in Abhängigkeit begeben wird, da die Fachleute in der Stadt fehlen werden. Auch wollte er wissen, ob durch diese Maßnahme Personalkosten eingespart werden können. Bürgermeister Marco Steiner(FW) zufolge ist insofern der Fall, als die Zahl der Mitarbeiter nicht aufgestockt werden muss. Einräumen musste Steiner, dass man sich in eine gewisse Abhängigkeit begibt, ergänzte aber, dass eine Unabhängigkeit kaum zu finanzieren wäre.


Rödental hat das letzte Wort

Auf Nachfrage erläuterte der Geschäftsführer der Stadtwerke Rödental, Michael Eckardt, dass die Ausschreibungsverfahren nicht nur auf Baumaßnahmen beschränkt seien. Steiner ergänzte, dass die Entscheidung, ob die Vergabestelle in Anspruch genommen wird oder nicht, und die Auftragsvergabe als solche immer in Händen der Stadt Rödental liege. Weiter erläuterte das Stadtoberhaupt, dass man in keinen Zweckverband eintrete, sondern lediglich eine Zweckvereinbarung abschließe.

Dass es diese nicht umsonst gibt, wurde schnell klar. Die pauschalen Kosten belaufen sich für die Stadt Rödental auf etwa 5000 Euro pro Jahr, zuzüglich einer pauschalen Vergütung je Vergabeverfahren von 250 Euro. Der Bürgermeister betone ausdrücklich, dass die Vergütung unabhängig von der Auftragssumme sei. Am Ende folgte der Stadtrat dem Beschlussvorschlag, die entsprechende Vereinbarung abzuschließen.

Dass sich die Seniorenarbeit der Stadt Rödental sehen lassen kann, war in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt worden. Gespannt lauschten die Stadtratsmitglieder den Ausführungen von Dorothee Gerhard, die die Arbeit des Seniorenbüros vorstellte und keinen Zweifel darüber ließ, dass mit dem Erreichten nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sei. So konnte sie den Stadtrat davon informieren, dass eine Ernährungssprechstunde, eine Lungensportgruppe, das "Näh-Cafe", eine Multimediasprechstunde, ein PC-Kurs, Präventionskurse, das Projekt GeWinn (Gesund älter werden mit Wirkung) und die Wohnraumberatung das bisherige, bereits weit gestreute Angebot erweitert.

Als erfreulich bezeichnete es Gerhard, dass die Zahl der Teilnehmer an den Veranstaltungen stetig steigt. Nicht ohne einen gewissen Stolz konnte sie das Gremium davon informieren, dass die Seniorenarbeit der Stadt Rödental bundesweit Beachtung gefunden hat.


Neue Photovoltaikanlage

Nach einiger Diskussion folgte der Stadtrat bei zwei Gegenstimmen dem Vorschlag der Verwaltung , den Bebauungsplan "Photovoltaik-Anlage Weißenbrunn vorm Wald" voranzubringen. In dem Rödentaler Stadtteil soll auf einer Fläche von 15 000 Quadratmetern eine neue Photovoltaikanlage erstehen.

Mit den Worten: "Wir stehen vor großen Aufgaben" kommentierte Michael Eckardt den Wirtschaftsplan der Stadtwerke Rödental. Für Marco Steiner ist es wichtig, dass die erarbeiteten Sanierungskonzepte umgesetzt werden. Zweiter Bürgermeister Thomas Lesch (SPD) prophezeite, dass die Schulden der Stadtwerke nach oben gehen werden. Christoph Franke (SPD) meinte, dass im Erfolgsplan "schwankende Zahlen" festgehalten sind. Auch aus diesem Grund könne er dem Wirtschaftsplan nicht zustimmen. Hans-Joachim Lieb monierte, dass kein Gutachten für das Blockheizkraftwerk im Hallenbad geplant sei. Die Antwort von Michael Eckardt, dass dies im Jahr 2019 geschehen soll, kommentierte Lieb mit den Worten: "Dies entspricht nicht der Beschlusslage". Bei einer Gegenstimme wurde der Wirtschaftsplan aber dennoch angenommen.

Schnell einig war sich das Gremium, das Darlehen an die Stadtwerke Rödental in Höhe von 500 000 Euro in eine Kapitalanlage umzuwandeln.

Georg Burkardt (SPD) sprach die Situation in der Kleiderkammer an, die für ihn nicht mehr tragbar ist. "Hier kann nicht mehr vernünftig gearbeitet werden", meinte der Stadtrat und forderte die Verwaltung auf, nach einer Lösung zu suchen. Der Bürgermeister musste einräumen, dass er derzeit keine bessere Lösung sehe. Der Überlegung, Räume anzumieten, erteilte er eine Absage.

Ingrid Ott (CSU) brachte das Thema "Trauungen auf der Lauterburg" ins Gespräch. Steiner sieht dies aber mit sehr vielen Hürden behaftet, die sich am Ende dann auch in hohen Gebühren niederschlagen würde.