Mit großen Augen stehen die Kinder an den Fenstern und beobachten die Bagger vorm Haus. Schon die kleinen Bergwichtel aus der Montessori-Krippe wissen: Hier wird unser neues Kinderhaus gebaut.

Derzeit sind die Zweieinhalb- bis Sechsjährigen in Containern untergebracht. Schnell musste es mit der Einrichtung neuer Kindergartengruppen gehen als die Stadt Coburg im vergangenen Jahr Mehrbedarf angemeldet und die Bergwichtel einen Zuschlag bekommen haben.

Damit wurde ein lang gehegter Traum wahr: Neben der Montessori-Kinderkrippe hatten sich vor allem die Eltern als Folgeeinrichtung einen Montessori-Kindergarten gewünscht. Eigentlich von Anfang an - und das heißt mittlerweile seit zehn Jahren. Zum neuen Kindergartenjahr im September 2021 soll der Neubau stehen. "So zumindest ist es angepeilt", sagt Geschäftsführer Christian Jaks.

Zweigruppig ist das Kinderhaus angelegt. Doch bei Maria Montessori sind große gemischte Gruppen für die Entwicklung der Vorschulkinder ganz wichtig. "Auf sich selbst, die Umgebung und andere acht geben, das lernen die Kinder bei uns", sagt die Kinderhausleiterin Claudia Fuchs-von Berg.

Nach Maria Montessori

Sowohl das Kinderhaus als auch die Kinderkrippe arbeiten konsequent nach den Prinzipien von Maria Montessori. Für die Kinder bedeutet das ein spielerisches Lernen in einer vorbereiteten Umgebung. Alles hat seinen festen Platz.

"Vorschule machen wir auch, aber anders", erläutert Claudia Fuchs-von Berg. Schon am Tag eins beginnt im Kindergarten die Vorbereitung. Das von Maria Montessori entwickelte Material eröffnet den Kindern die Welt der Zahlen und der Wörter. Geografie wird "gepuzzelt". Die Sinne spielerisch geschult. Farbenlehre und Größenverhältnisse "greifbar" gemacht.

"Hilf mir, es selbst zu tun", lautet das Montessori-Motto, das die Kinder stolz und selbstständig werden lasse. Die Pädagogen sind stets in der Vorbildfunktion. Sie zeigen, wie etwas geht und die Kinder versuchen es dann selbst. "Ich bin extrem froh, dass mein Sohn so eine unglaublich liebevolle, fordernde und fördernde Einrichtung gefunden hat, in der er sich selbst verwirklichen kann", sagt Christian Jaks als stolzer Vater. Michael besucht die Kinderkrippe, "lernt jeden Tag etwas Neues und bringt uns daheim zum Staunen".

Plätze für Zuzügler

Im laufenden Jahr sind im Kinderhaus - von zweieinhalb bis sechs Jahren - noch sieben Plätze frei. "Wir können Familien, die Zuziehen oder ihr Kind kurzfristig etwas früher in den Kindergarten bringen, eine Alternative bieten", sagt Christian Jaks. Fünf Pädagogen (davon dreui Erzieher) im Kinderhaus und sieben Pädagogen (davon vier Erzieher) kümmern sich bei den Bergwichteln um die Kinder.

Die Bergwichtel sind eine städtische Einrichtung.

Das bedeutet, dass 80 Prozent der Kinder aus dem Stadtgebiet kommen müssen. 20 Prozent können aber auch aus dem Landkreis aufgenommen werden. "Wir finden es schade, dass es diese Quote gibt. Denn viele Eltern wohnen aus dem Land, arbeiten aber in der Stadt", sagt Christian Jaks. Und im Landkreis fehlen Kindergartenplätze. Doch solange die Zuschüsse von der Stadt kommen, wird sich daran nichts ändern. Der Geschäftsführer ist froh, dass die Stadt, insbesondere Bürgermeister Thomas Nowak, immer gesprächsbereit ist und Lösungen gefunden werden.

Erste Montessori-Einrichtung für Kinder bis drei

Das Bergwichtel-Haus befindet sich inmitten des Parkgeländes der Medau-Schule, Coburg, einer Ausbildungsstätte für Gymnastik, Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie.

Maria Montessori war, ebenso wie der Gründer Hinrich Medau, eine Vertreterin der sogenannten 2. Phase der Reformpädagogik, auch Pädagogische Bewegung genannt.

2010 hat Andrea Donath, eine der erfahrensten Montessori-Pädagoginnen Deutschlands und Vorsitzende des Bundesverbandes, den damaligen Trägerverein Bergwichtel e. V. gegründet und damit Deutschlands erste Montessori-Einrichtung für Kinder von 0 bis 3 Jahren geschaffen.

2019 fiel die Entscheidung, das bereits bestehenden Haus für das junge Kind um das Kinderhaus zu erweitern und aus dem Trägerverein Bergwichtel e.V wird Anfang 2020 eine gemeinnützige GmbH. Geschäftsführer sind Dr. Peer Medau und Christian Jaks.

Der Tag der offenen Tür der Stadt Coburg findet in diesem Jahr Corona bedingt nicht wie gewohnt statt. Die Bergwichtel ermöglichen es interessierten Familien nichtsdestotrotz beide Häuser für eine Hausführung und ein Kennenlernen am Samstag, 10. Oktober , zwischen 10 und 15 Uhr, zu besuchen. Dafür müssen sich die Eltern vorab per E-Mail (info@die-bergwichtel.de) anmelden und erhalten einen Termin.

ASCOLINO

Betrieb jetzt offiziell Der bilingualen Kindergarten Ascolino in der Alexandrinnstraße hat jetzt offiziell seine Betriebserlaubnis auf fünf Jahre befristet erhalten. Auch die Baugenehmigung wurde erteilt. Beides war aufgrund der Personalsituation in der Verwaltung (Corona bedingt!) noch nicht erlassen - auch, wenn "natürlich alles ordnungsgemäß angezeigt und genehmigt war", betont Bauherr und Betreiber Matthias Schmidt-Curio. "Die Signale, die wir erhalten, stimmen uns vorsichtig optimistisch, dass es nach fünf Jahren weiter geht", sagt Schmidt-Curio . nel