Für den Coburger Kreisbrandrat Stefan Püls brachte der schneereiche Mittwochmorgen (18. Januar 2023) "Einsätze, die wir bei den Feuerwehren auch nicht alle Jahre haben", wie es in einer Pressemitteilung des Landratsamts heißt. In Schorkendorf wurde das Gerätehaus der Feuerwehr demnach sogar zur Einsatzzentrale.

Von dort aus seien unter der Leitung von Kreisbrandmeister Jannic Christ die Feuerwehren aus Ahorn, Altenhof, Creidlitz, Schafhof, Schorkendorf-Eicha und Witzmannsberg koordiniert worden, "weil auf der Bundesstraße 303 im westlichen Landkreis phasenweise gar nichts mehr ging". Die Feuerwehren unterstützten die Polizei demzufolge dabei, "den Verkehr einigermaßen zu leiten".

Kein Durchkommen mehr für Räumfahrzeuge, zahlreiche Unfälle: Feuerwehren im ganzen Landkreis Coburg im Einsatz

Der Tambacher Berg habe sich als "kritischste Stelle" entpuppt - "insbesondere aus dem Grund, weil es für die eigentlich zuständigen Räumfahrzeuge des Staatlichen Bauamtes Bamberg kein Durchkommen mehr gab", so die Behörde. Über Umwege seien deshalb Fahrzeuge der Gemeinden Weitramsdorf und Ahorn angerückt. Sie halfen demnach mit, dass der Verkehr auf der B 303 wieder in Schwung kommen konnte.

Erhebliche Behinderungen habe es nach Unfällen zudem auf der Kreisstraße CO 25 bei Ziegeldorf sowie bei Wiesenfeld gegeben. Auch dort seien die umliegenden Feuerwehren alarmiert worden, um bei der Verkehrsregelung zu helfen. Landrat Sebastian Straubel (CSU), der auf dem Weg zu einem dienstlichen Termin im südlichen Landkreis das Chaos auf den Straßen "hautnah mitbekam", zeigt sich froh, dass sämtliche Unfälle offensichtlich glimpflich ausgegangen seien. Sein besonderer Dank gelte allen Einsatzkräften – natürlich denen, die mit den Räumfahrzeugen unterwegs waren, aber auch den Rettungsdiensten, der Polizei und der Feuerwehr: "Sie haben auf diese nicht alltägliche Herausforderung schnell und gut reagiert."

Für Edelbert Schöpplein, den Leiter der Straßenmeisterei des Landkreises, hätte der Schneefall "zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt als am Mittwoch einsetzen können", nämlich "mitten im Berufsverkehr". "Da behindern wir mit unseren Räumfahrzeugen den Berufsverkehr und der Berufsverkehr behindert uns", wird Schöpplein zitiert. Kritisch sei die Lage auf den Kreisstraßen insbesondere in Weidach sowie am Prälax und am Stiefvater im östlichen Landkreis gewesen.

Coburger Kreisbrandrat verärgert: "Keine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge gebildet"

Dort blieben demzufolge etliche Lkw hängen und Schulbusse landeten im Straßengraben. Auf den Langen Bergen, die sonst eher als "Schneeloch" im Landkreis bekannt seien, gab es hingegen fast keine Probleme, berichtet die Behörde. Grundsätzlich zeigt sich der Kreisbrandrat mit dem Verhalten der Verkehrsteilnehmer zufrieden. Mit zwei Ausnahmen: "Es war ärgerlich, dass viele Autofahrer keine Rettungsgasse für die Einsatzfahrzeuge gebildet haben", so Kreisbrandrat Püls.

Zudem habe man sich bei den Einsatzkräften "ziemlich gewundert, dass mehrere Gefahrguttransporte im Schneechaos unterwegs waren". Das sei nämlich verboten. Für das Team der Coburger Landkreis-Straßenmeisterei sei der Mittwoch ein langer Tag gewesen. Selbst als der Verkehr auf freien Straßen wieder lief, seien alle Fahrzeuge zum Nachräumen unterwegs gewesen.

In der Nacht auf Donnerstag (19. Januar 2023) rückte der Winterdienst demnach erneut aus, um die Straßen zu streuen. Das sei wichtig, so Schöpplein, weil für die nächsten Nächte strenger Frost vorhergesagt sei: "Und dann wird aus Schneematsch ganz schnell Eis." Da helfe nur Streusalz.

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