Sie spielen da und dort und mit dem und jenem und manchmal formiert sich dann etwas tragfähiges Neues, das sich der Öffentlichkeit präsentiert. Denn Coburg ist reich an Musikern, auch im Hintergrund, Menschen mit Begabung und guter Ausbildung. Die Reihe "Cultur im Contakt" präsentierte am Sonntag "Jazz(t) erst recht", eine Coburger (Musik-) Lehrer-Zusammenrottung, die seit drei Jahren aus der Improvisation heraus einen eigenen Stil suchte. Und fand.

Seit vergangenem Jahr treten Jürgen Schmidt-Behling (Gitarre, Gesang), Frank Remy (Bass, kein Lehrer), Jörg Kessel (Schlagzeug) Johanna Kästner (elektronisch verstärkte Viola) und Jochen Kästner (Piano, Gesang) auf. Im Contakt trafen sie am Sonntag auf einen vollen Saal und Begeisterung.

Die fünf haben einen wohltuend lässigen Drive mit Understatement gefunden, der entspannend davonträgt und dann mit immer wieder überraschenden, wohlüberlegten Tempo- und Rhythmusausflügen anregt.

Berühmte Songs aus Jazz und Latin erhalten durch eigenwillige elektronische Akzentuierung einen neuen Aspekt, doch ohne vordergründige Aufdringlichkeit. Johanna Kästners Streicherklänge bringen den romantischen Touch, in der elektronischen Version mit eigenem Frösteleffekt: These Foolish Things. Jürgen Behling lässt die Songs mit seiner unaufgeregten, doch hintergründigen Beiläufigkeit zu entrückter Nachtstreicher-Musik werden: Temptation. Don't Let Me Be Misunderstood.

Jochen Kästner, nicht weit davon entfernt, setzt gesanglich hellere Akzente. "Sway", der mexikanische Mambo-Hit von 1953, den jetzt eben erst Pink Martini wieder um die Welt schwappen ließen, klingt bei "Jazz(t) erst recht" und aus dem Mund von Jochen Kästner auch sehr schmeichelnd und verführerisch witzig.


Wann gibt es mehr davon?

Die gelungene Fusion aus altem E-Gitarren- und E-Piano-Charme, leichter Melancholie und jazziger Raffinesse reicht im 21. Jahrhundert zu lächelnder Leichtigkeit. Ob satte und reichhaltige Percussion-Basis von Jörg Kessel oder auch der markante, das musikalische Korsett präzise haltende Bass von Frank Rem - bei aller Präsenz spielt sich keiner der fünf Musiker in den Vordergrund. Man spürt die gemeinsame Entwicklung dieses Unternehmens, das harmonisches musikalisches Fließen hervorbrachte.

Die Truppe möge doch bitte beieinander bleiben und öfter auftreten.