Nun ist der beziehungsweise die Professionelle für das Referat gefunden: Mechthild Neumann wurde gestern vom Stadtrat als berufsmäßige Stadträtin gewählt und nahm die Wahl an.

Freilich: Das Ergebnis war denkbar knapp. 20 Stimmen entfielen auf Neumann, 19 auf die nächstplatzierte Kandidatin, der dritte Bewerber ging leer aus. Alle drei hatten sich in der Stadtratssitzung mit kurzen Referaten vorgestellt. Die Aufgabenstellung: drei Minuten aus dem Lebenslauf, sieben Minuten zu dem Thema "Integration von Interessen der Stadtteilen in den Prozess der Stadtentwicklung und Einbindung der Bevölkerung".

Bei der Bürgerbeteiligung müsse die Stadt alle möglichen Formen nutzen, vom Lenkungsbeirat in Stadtteilen bis zur Online-Umfrage, sagte Neumann. "Sie müssen mit den Bürgern den Schritt in die Zukunft wagen." Stadtentwicklung müsse wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen, und es gelte jetzt, auch die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen.

Auch die Innenstadt werde sich verändern, das Mobilitätsverhalten werde sich wandeln müssen, sagte sie. "Wir müssen die Stadt modern machen, das digitale Zeitalter mit neuen Infrastrukturen belegen." Außerdem seien aus dem 2015 überarbeiteten Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) noch etliche Projekte offen.

Mechthild Neumann machte in Kassel Abitur, absolvierte dort auch ihr Studium im integrierten Studiengang Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung. Seit Mitte der 80er-Jahre arbeitet die 60-Jährige im öffentlichen Dienst, darunter in der staatlichen Bauverwaltung von Niedersachsen. "Sie wollen eine fachliche Person - die bin ich", sagte sie.

Die Wahl erfolgte in geheimer Abstimmung. "Ich hoffe, ich habe dann alle hinter mir", kommentierte Neumann das knappe Ergebnis. Sie nahm die Wahl sofort an. Wann sie in Coburg anfangen kann, steht noch nicht fest. "Spätestens zum 1. Januar", sagte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD). Er bat den Stadtrat darum, "dass wir geschlossen Frau Neumann unterstützen. Die Aufgaben sind groß." Zum Zuständigkeitsbereich der neuen Stadtbaurätin gehört ausdrücklich auch der Klimaschutz.