In lauen Sommernächten unter den Bäumen auf dem Dorfplatz sitzen, das ist ein Wunsch der Kaltenbrunner Bürger. Sie möchten aber auch Musikkonzerte genießen, einen ansprechenden Raum für die rege Vereinsarbeit, Gehwege, viel Grün in der Dorfmitte bekommen, in einem Dorfladen einkaufen oder ihre Gedanken in einem Barockgarten vor der Kirche schweifen lassen. Sie haben für ihre Dorferneuerung viele Ideen gesammelt und Vorschläge erarbeitet, die sie am Mittwochabend im Saal der Itzgrundhalle dem Amt für ländliche Entwicklung unterbreiteten.

Nachdem im Dezember des Jahres 2012 der Förderantrag - nach zehn Jahren Wartezeit - genehmigt wurde, nimmt nun auch die Dorferneuerung in Kaltenbrunn ihren Lauf. 35 Bürger, darunter auch Gemeinderäte, haben sich in vier Arbeitskreisen intensiv mit ihrem Dorf befasst, Schwächen und Stärken analysiert und Konzepte erarbeitet.


Es geht vor allem um das soziale Gefüge und das gesellschaftliche Leben

In erster Linie geht es dabei nicht nur um bauliche Maßnahmen, sondern vor allem um das soziale Gefüge und
das gesellschaftliche Leben. Christine Bardin und Barbara Lauterbach vom Ingenieurbüro Weber &Kittner begleiteten die Arbeitskreise bei ihrer Ideenfindung "Wir wollen den kompletten Ort weiterentwickeln", erklärte Bardin.

Wilhelm Heubner stellte Vorschläge für den ersten Abschnitt vom Ortseingang Richtung Coburg kommend bis zur Dorfmitte vor. Interessant ist sei, dass sich seit dem Jahr 1850 kaum etwas an den Straßen im Ort verändert habe. Einst führte die Geleitstraße Nürnberg-Erfurt durch den Ort, später die Bundesstraße 4; deshalb, so Heubner, sei die Ortsdurchfahrt auch relativ breit angelegt.

Ein Barockgarten vor der Kirche?

Im Ortskern stehen historische Gebäude mit schönen Fachwerkfassaden und die barocke Kirche. "Auf dem Platz vor der Kirche könnte ein Barockgarten angelegt werden", regte Heubner an. Natürlich müsse hier die Kirchengemeinde zustimmen.

An allen drei Bushaltestellen stehen die Bürger buchstäblich im Regen, eine Unterstellmöglichkeit gibt es bisher nicht. Aber: "Wir sollten überlegen, ob überhaupt drei Bushaltestellen notwendig sind", sagte Heubner.
Maria Döllinger unterbreitete unter anderem Vorschläge für die Itzgrundhalle, das Kegelzimmer sei sehr begehrt. "Es könnte breiter genutzt werden, privat, durch Vereine oder die Volkshochschule", schlug sie vor.
Udo Strempel sieht den Rosenplatz als künftigen Treffpunkt der Generationen. "Im Moment besteht er zu 70 Prozent aus Asphalt, er sollte begrünt werden." Barbara Leicht stellt sich den Zehntrasen vor dem ältesten Gebäude als Dorfplatz vor: Markttage, Feste, Flohmärkte und Konzerte könnten das Dorf mit Leben erfüllen. Nina Liebermann überlegte, wie man junge Leute im Ort halten könne, und stellte eine Erschließung für neue Bauplätze im Ort vor, Wolfgang Döllinger sieht die Staatstraße als grüne Allee, die Ortsvereine wünschen einen Raum für ihre Aktivitäten. Einige Dinge sollen erhalten bleiben, so soll es keine 30er-Zone im Ort geben, die Blütenesche am Rosenplatz stellt laut Barbara Lauterbach (Kittner und Weber) eine Rarität dar und müsse daher unbedingt in die Gestaltung einbezogen werden.

Ein neuer Verein ist entstanden

Übrigens hat sich im Zuge der Maßnahme eine neuer Verein gegründet. "Es gibt jetzt einen Gartenbauverein unter dem Namen Garten-und Naturfreunde Kaltenbrunn", berichtete Bürgermeister Werner Thomas (SPD). Freilich, sagte Bürgermeister Thomas, zähle auch die Infrastruktur zur Dorferneuerung dazu. So liege bereits eine Förderzusage für die Breitbandtechnologie vor, auch ein Vertrag mit einem Anbieter sei unterschrieben. Ende dieses Jahres sollen auch die Kaltenbrunner mit 30mbit/s im Netz surfen können. Gemeinsam mit der Initiative Rodachtal habe man im Vorfeld auch ein Energiekonzept erarbeitet.

Sorgenkind ist noch ein Nahversorger

Ein wichtiger Punkt im dörfliches Gefüge ist ein Nahversorger, alle Bemühungen, einen Nachfolger für den Edeka-Laden zu finden, sind laut Thomas erfolglos geblieben. Nun soll im Rahmen der Dorferneuerung ein Nahversorgungskonzept vorgestellt werden, eventuell komme ein Dorfladen infrage, hierüber werden die Bürger am 15. Juli um 19 Uhr informiert.