Wir ziehen auf die Veste, dem Theaterkarren hinterher. Das Landestheater Coburg tut jetzt, was unter den Vorgängern von Intendant Bodo Busse immer wieder "angedacht", aber nie verwirklicht wurde: Es wagt sich an ein Open Air in den romantischen Höfen der Veste Coburg. Am 7. Juli wird Schauspielchef Matthias Straub Edmond Rostands (1868 bis 1918) ach so zu Herzen gehende Komödie "Cyrano de Bergerac" herausbringen, "ein wunderschönes Mantel- und Degen-, Herz- und Schmerz-Stück für die ganze Familie", wie der in Leidenschaft entbrannte Regisseur schwärmt.

Professionelles Freiluft-Theater - endlich auf der Veste Coburg? "Es wurde in der Vergangenheit doch nie richtig probiert. Man muss es halt mal anpacken", sagt Straub.

Dem werden wir sicher keine lange Nase zeigen, zumal bei den angesetzten fünf Vorstellungen nur jeweils 200 Zuschauer Platz finden. Ja, später einmal, wenn der Theatertraum Wirklichkeit werden und wer auch immer eine große Tribüne finanzieren würde, dann könnte Coburg in den Mauern seiner grandiosen Veste alljährlich ein großes Freiluft-Festival beherbergen, zu dem Tausende aus der ganzen Region kämen. Die Kronacher Faust-Festspiele haben schließlich auch mal ganz klein und dazu mit Laien angefangen.


Wiederauflage 2013


(Theater-)Träume müssen sein; fest geplant ist jedenfalls, dass dieses Theaterspektakel auf der Veste im nächsten Jahr sofort seine Wiederauflage erleben soll, gleich nochmal mit der so turbulenten wie poe tischen Geschichte vom langnasigen Freigeist und Utopisten Cyrano de Bergerac von den Gascogner Kadetten, der ein gefürchteter Degenheld ist, gleichzeitig aber eine so gute Seele hat, dass er seinem hübschen, aber etwas dümmlichen Freund seinen dichterischen Esprit und seine Stimme leiht. Christian von Neuvillette erringt mit den Briefen und Gedichten Cyranos das Herz der schönen Roxane. Die aber ist tragischerweise tatsächlich auch die geheime große Liebe von Cyrano selbst.

Das von dem französischen Schriftsteller Edmond Rostand 1897 geschriebene Stück über den unerschrockenen, mit langer Nase verunzierten französischen Dichter Cyrano de Bergerac passt perfekt in die Veste, ist Matthias Straub überzeugt. Die beiden Innenhöfe bieten die Kulisse für ein üppiges Spektakel aus Liebesschmerz und wilden Degen-Gefechten. Zur Kriegsszene im zweiten Akt ziehen die Zuschauer, die sonst im zweiten Innenhof vor dem Turm und einem Spielpodest sitzen, mit nach draußen.

Mehr dazu lesen Sie am Dienstag im Coburger Tageblatt (Printausgabe)