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Coburg
Umfrage

IHK: Coburgs Kernbranche ist in Gefahr

Die Folgen der Corona-Pandemie werden in der Wirtschaft in Coburg und im Landkreis Coburg noch lange nachwirken, berichtet die IHK zu Coburg.
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Gebäude der Industrie- und Handelskammer in Coburg Foto: Jochen Berger
Gebäude der Industrie- und Handelskammer in Coburg Foto: Jochen Berger

"Auch wenn mittlerweile zahlreiche Lockerungen greifen und das Wirtschaften langsam wieder hochgefahren wird, bleiben die Auswirkungen der Corona-Pandemie für unsere Coburger Wirtschaft weiterhin massiv und sehr weitreichend. Viele Betriebe müssen unverschuldet um ihre Existenz bangen, weil Kunden ausbleiben, Aufträge wegbrechen, Lieferketten weiterhin unterbrochen sind etc." Mit diesen Worten kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan die Ergebnisse der aktuellen IHK-Blitzumfrage unter den Mitgliedsunternehmen.

Zwei Drittel der Befragten rechnen weiter mit Umsatzrückgängen bis zu 50 Prozent in diesem Jahr. Hauptgründe sind vor allem: Nachfragerückgang (60,7 Prozent), Stornierung von Aufträgen, logistische Engpässe bei Zulieferprodukten (jeweils 25 Prozent) und unterbrochene Absatzwege (21,4 Prozent). Demzufolge wirken sich die Pandemie-Maßnahmen auf die Finanzsituation der Unternehmen aus: 29,6 Prozent der Umfrageteilnehmer berichten von Liquiditätsengpässen, 25,9 Prozent beklagen rückläufige Eigenkapitalausstattung, wobei zu berücksichtigen ist, dass gerade die gute Eigenkapitalquote in der Vergangenheit stets eine Stärke vieler Coburger Betriebe war.

Um schwerwiegende Einbrüche abzufedern, bleibt für zwei Drittel der Befragten Kurzarbeitergeld weiterhin das Mittel der Wahl. Rund ein Drittel nimmt Steuerstundungen in Anspruch, ein Fünftel der Befragten nutzt Kredite einer Förderbank (KfW, LfA etc.).

Aus der Umfrage ergibt sich weiterhin, dass viele Unternehmen den Pandemie-Auswirkungen mit Einsparungen, Personalabbau oder Investitionsstopps begegnen wollen. Damit kündige sich an, dass die Folgen der Krise nicht kurzfristig überwunden werden können, sondern noch gewisse Zeit nachwirken werden. Entsprechend rechneten 43 Prozent erst im Verlauf des Jahres 2021 mit einer Rückkehr in den Normalmodus, heißt es in der Pressemitteilung der IHK zu Coburg.

Besondere Betroffenheit bestehe in einer der industriellen Kernbranchen der Stadt und der Region: "Die Umfrageergebnisse zeigen, dass unsere Automotive-Industrie nicht nur durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, sondern auf längere Sicht auch durch den politisch vorgegebenen Mobilitätswandel vor großen Herausforderungen steht. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe brauchen wir in der Umsetzungsphase des Technologiewandels weniger Ideologie und viel, viel mehr Technologieoffenheit. Es ist höchste Zeit, dass die unterschiedlichen Antriebssysteme über den gesamten Lebenszyklus nach objektiven wissenschaftlichen Grundsätzen im Hinblick auf ihre Ökobilanz bewertet werden. Ansonsten besteht ganz konkret die Gefahr, dass wir unsere Technologieführerschaft auf diesem Sektor verlieren. Um die Weichen für die Zukunftsfähigkeit des Automobil-Standortes Deutschland zu stellen, brauchen wir wirksame Instrumentarien, wie beispielsweise technologieoffene Forschungsförderung unterschiedlicher Antriebssysteme, besser vernetzten Technologietransfer und Vorantreiben der Digitalisierung auf allen Ebenen", so IHK-Präsident Friedrich Herdan abschließend. red

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