Der HSC 2000 Coburg steht nicht mehr auf einem Aufstiegsplatz. Bei der klaren 24:30-Niederlage beim HSV Ha,burg ging der Mannschaft von Trainer Jan Gorr in den letzten zehn Minuten die Puste aus. Sie hatten nichts mehr zuzusetzen und verloren unerwartet hoch, nach dem die Vestestädter in der Hansestadt zur Pause noch führten.

Nach einem ausgeglichenen Spiel bekam der HSC in der Crunchtime keinen Stich mehr. Die Hansestädter kochten ihren überforderten Gegner in der Schlussphase richtig ab. Die schienen stehend K.o zu sein, gingen auf dem Zahnfleisch und fabrizierten plötzlich einen Fehler nach dem anderen.

Da die DJK Rimpar Wölfe keine fränkische Schützenhilfe leisteten, klar der HSG Nordhorn-Lingen mit 17:25 unterlagen, ist Coburg erstmals seit dem zweiten Spieltag aus den beiden Aufstiegsrängen herausgefallen und wird auf der Zielgerade nun vom Gejagten zum Jäger. Am Freitagabend gastiert ab 20 Uhr Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten in der HUK-Arena. Für die über 150 HSC-Fans, die die Partie für einen Städtetrip in die Hansestadt nutzten, war diese Pleite jedenfalls eine ganz bittere Pille.

HSV Hamburg - HSC Coburg 30:24 (12:13)

Ohne den an der Wade verletzten Tobias Varvne ging es für den HSC in die Partie, in der Christoph Neuhold zwar auf dem Spielberichtsbogen stand, nach seinem Bandscheibenvorfall aber noch nicht zum Einsatz kam. Im Hinspiel war der wurfgewaltige Rückraumlinke noch einer der Sieggaranten.

Neuhold erstmals wieder im Kader

Ein Zeitspiel, zwei technische Fehler und schwupps liefen die Coburger einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Jan Gorr schimpfte auf der Bank schon nach vier Minuten wie ein Rohrspatz. Frei am Kreis vergab Zettermann nur wenig später die Chance zum Anschluss.

Beide Teams spielten anfangs ihre Angriffe lange aus, riskierten eher ein Zeitspiel als zu schnell abzuschließen. Mit einem Wurf ins verlassene HSVH-Tor erzielte Billek das 4:3. Die Option auf eine Coburger Führung vergab zwei Mal Jaeger frei von Außen. Mit drei Kontertoren schaffte der HSC trotzdem die erste Führung, was HSV-Coach Torsten Jansen zur Auszeit rief.

Die Coburger eroberten sich in dieser Phase einige Bälle mit einer ungewohnt offensiven Variante der 6:0-Deckung, was aber auch viel Kraft kostete. Die Hamburger bauten ihre Angriffe dann etwas weiter entfernt von der HSC-Deckung auf und gingen mit zwei Toren innerhalb von nur 20 Sekunden wieder selbst in Front. Die Coburger vergaben doch so einige Chancen vor dem gegnerischen Tor, zeigten dabei aber tolle Spielzüge, wie vor dem 9:10, als eine Ballstafette über mehrere Stationen zum Schluss Jaeger auf der Außenposition fand.

Die Hamburger ließen nicht locker und sich auch nicht abschütteln. Immer wieder brachten sie ihre Rückraumwerfer oder zum Abschluss ihre Kreisläufer in Position. Als Jan Kulhanek kurz vor der Pause einen Ball frei vom Kreis parierte, war die knappe Pausenführung für Coburg perfekt. Ein Blick auf die Statistik zeigte, dass schon fast alle Hamburger getroffen hatten, die Quoten bei den Würfen und gehaltenen Bällen war nahezu identisch. Dies versprach eine weiter enge Partie.

Coburger spielte im zweiten Durchgang im Angriff zu riskante Pässe und damit dem Gegner den Ball für Konter in die Hände. Die ließen sich nicht bitten, verwandelten eiskalt, scheiterten danach jedoch frei vom Kreis an Kulhanek. Coburg machte es auf der anderen Seite auch nicht besser. Der isländische Nationaltorwart Edvardsson blieb Sieger gegen Jaeger. Hamburg zeigte zudem viel Spielwitz, brachte immer wieder den Kreis in Szene, einmal sogar mit einem sehenswerten Rückhandanspiel und traf oft punktgenau.

Patrick Weber wieder wirkungslos

Coburg konnte froh sein, dass auch die Gastgeber klare Chancen liegen ließen. Der im Winter nachverpflichtete Patrick Weber blieb einmal mehr schwach. Beim Stand von 21:20 wackelte nur die Latte, der direkte Gegenzug brachte den Ausgleich - da hatte Coburg noch Glück.

Doch das verließ die Vestestädter, die einem ausgeglicheneren HSVH in der Schlussphase Tribut zollen mussten. Beim HSC lag zu viel Last auf Zettermann und Prakapenia sowie dem zu 100 Prozent erfolgreichen Sebastian Weber. Für den Rückraum spricht die Statistik Bände. Während dem HSC nur sieben Treffer von dort gelangen, war Hamburg 15 Mal erfolgreich.

Zudem fehlten im zweiten Durchgang die einfachen Tore durch Konter, weil in der Abwehr der Zugriff nicht mehr richtig gelang. Nach dem 23:23 hatte Coburg selbst zwei Optionen vorzulegen, ließ die aber liegen. Jan Gorr spürte wohl, dass dies ein bitteres Ende nehmen könnte, griff zu zwei Auszeiten innerhalb von zweieinhalb Minuten. Doch auch das half nichts. Erst ein Fehlpass von Zettermann, dem ein technischer Fehler von Felix Sproß folgte, dann ein Fehlpass von Prakapenia - Hamburg nahm diese Gastgeschenke gegen platt wirkende Coburger dankend an.

Sie ließen in den letzten zehn Minuten nur noch einen Coburger Treffer zu und beendeten mit einem 7:1-Lauf vollkommen verdient als Sieger diese so lange ausgeglichene Partie, in der es keinen einzigen Strafwurf gab.

Trainerstimme

HSC-Trainer Jan Gorr: "53 Minuten gestalten wir eine ausgeglichene Partie. Dann bleiben wir drei Mal in Folge ohne eigenes Tor, was der Gegner, vom eigenen Publikum getragen, dazu nutzt, vorentscheidend in Front zu gehen. Uns ist es in der entscheidenden Phase der Partie nicht gelungen, unsere Angriffshandlungen auf den Punkt zu spielen um entsprechende Qualität in unsere Abschlüsse zu bringen. Wenn man das nicht schafft, ist es schwierig so ein enges Spiel auswärts für sich zu entscheiden."

Die Statistik

HSV Hamburg gegen HSC 2000 Coburg 30:24 (12:13)

HSV Hamburg: Aron Rafn Edvardsson (24 Gegentore, 12 Paraden), Marcel Kokoszka - Blazenko Lackovic, Leif Tissier, Niklas Weller (1), Lukas Ossenkopp (3), Dominik Axmann (3), Philipp Bauer (4), Jan Forstbauer (3), Christopher Rix (3), Finn Wullenweber (5), Thies Bergemann (4), Jan Kleineidam, Dominik Vogt (3), Kevin Herbst (1).

Trainer: Torsten Jansen.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (30 Gegentore, 10 Paraden), Konstantin Poltrum - Markus Hagelin (1), Maximilian Jaeger (3), Lukas Wucherpfennig, Felix Spross (2), Sebastian Weber (4), Anton Prakapenia (5), Florian Billek (3), Marcel Timm, Jakob Knauer, Pontus Zettermann (6), Christoph Neuhold (n.e.), Patrick Weber. - Trainer: Jan Gorr.

SR: Lars Geipel / Marcus Helbig

Spielfilm: 2:0 (3.), 3:1 (5.), 4:2 (10.), 5:3 (13.), 5:5 (17.), 5:6 (18.), 7:6 (20.), 9:8 (24.), 9:9 (25.), 9:10 (27.), 11:12 (29.), 12:13 - 14:13 (32.), 15:15 (34.), 16:16 (38.), 17:17 (40.), 18:19 (42.), 20:19 (44.), 20:20 (45.), 23:23 (50.), 25:23 (54.), 25:24 (56.), 30:24.

Zuschauer: 3081.

Siebenmeter: 0 /0.

Strafminuten: 4 (Bergemann, Bauer) - 2 (Prakapenia)

Beste Spieler: Wullenweber, Forstbauer - Zettermann, Prakapenia.