Haba ist mit dem Deutschen Spielzeugpreis ausgezeichnet worden. Das Traditionsunternehmen aus dem Kreis Coburg steht zugleich weiter vor wirtschaftlichen Herausforderungen.
Seit mehr als 20 Jahren werden jährlich "neue, innovative, hochwertige und pädagogisch sinnvolle Spielwaren" mit dem Deutschen Spielzeugpreis ausgezeichnet, wie es auf der offiziellen Webseite des Preises heißt. Im deutschsprachigen Raum ist es laut den Verantwortlichen die einzige Auszeichnung für Spielzeug, bei der auch Verbraucher mitentscheiden.
Jährlich werden etwa 50 verschiedene Produkte in mehreren Kategorien begutachtet und anschließend zur Abstimmung gestellt beziehungsweise bewertet. Das krisengebeutelte Bad Rodacher Unternehmen Haba ist stolz: Es hat mit "My First Block World – Unsere große Farm" den Deutschen Spielzeugpreis in der Kategorie "Für die Kleinsten" gewonnen.
Traditionsunternehmen aus Bad Rodach: Deutscher Spielzeugpreis für Haba-Produkt
"Hier werden Kinderträume spielerisch lebendig: Aus 60 farbenfrohen, hochwertig verarbeiteten Bausteinen, niedlichen Tieren und den beiden Spielfiguren Ella & Leo entsteht Spiel für Spiel eine ganz eigene, kunterbunte Bauernhofwelt", ist auf der Webseite des Spielzeugpreises über das Produkt zu lesen. Das Team lobt explizit die Griffigkeit und Langlebigkeit der Klötze. Dank drehbarer Köpfe und beweglicher Beine können die Figuren laut Haba zudem sitzen, reiten und Treppen steigen.
Parallel zur Freude über die Auszeichnung musste die Habermaass-Firmenfamilie am 11. September allerdings wieder eine schlechte Nachricht verkünden: Bei Wehrfritz werden 58 Stellen abgebaut. Damit reagiere man auf die sich ändernden Marktbedingungen - darunter auch den Geburtenrückgang. Hinter dem traditionsreichen Unternehmen liegen bewegte Jahre. Im Jahr 2023 musste der Spielzeughersteller Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden. Das Unternehmen, das 1938 gegründet wurde, sah darin eine "Chance auf einen kompletten Neustart". Das Verfahren lief bis Ende Februar 2024. Die Umstrukturierung führte dazu, dass mehrere Hundert Arbeitsplätze verloren gingen.
Haba kündigte im Rahmen des "Zukunftspakts 2030" an, seine Marken Haba und Wehrfritz gezielt auf den Markt auszurichten und sich künftig stärker auf die eigenen Stärken beim Werkstoff Holz zu konzentrieren. Haba beschränkte das Sortiment auf hochwertige Spielwaren und Spiele, die die Entwicklung von Kindern fördern. Wehrfritz baute seine führende Position als Anbieter von Möbeln für Kindertagesstätten und Ganztagseinrichtungen weiter aus.
Dennoch hieß es im Herbst 2025, dass erneut Stellen abgebaut werden sollten. Am 27. Februar 2026 schloss dann das Familien-Outlet in Bad Rodach, um durch ein neues Konzept ersetzt zu werden. Das Unternehmen wird aktuell in dritter Generation geführt. Weitere Nachrichten aus Coburg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.