Im Goldenen Kreuz setzt Markus Zimmer auf Luftreinigungsmaschinen: "Die stehen in jedem Raum, saugen die Luft an und reinigen sie." Bei den Gästen kommen die Geräte seiner Erfahrung nach gut an - wohl auch deshalb, weil die Maschinen auch mit Warnleuchten die Luftqualität anzeigen. "Ich wäre sofort dafür, dass diese Maschinen in alle Schulen kommen", sagt Zimmer, räumt allerdings ein, dass sie "gutes Geld" kosten.
Wer überwacht?
Wer ist zuständig, um die Einhaltung der aktuell geltenden Vorschriften in der Gastronomie zu überprüfen?
Hier überschneiden sich die Bereiche zweier Behörden. Soweit der Schutz der Gäste im Vordergrund steht, sind die Ordnungsämter zuständig, beim Thema Arbeitsschutzrecht und Arbeitsstättenrecht das Gewerbeaufsichtsamt und damit die Regierung von Oberfranken.
Die Einhaltung der Arbeitsschutzregelungen kontrolliert das Gewerbeaufsichtsamt "gegenwärtig überwiegend anlassbezogen", heißt es dazu auf Anfrage bei der Regierung von Oberfranken. Auch wenn keine spezifische Statistik geführt wird: "Eine besondere Häufung von Beschwerden zum Thema Lüftung in Gaststätten ist uns in letzter Zeit aber nicht aufgefallen", erklärt Pressesprecherin Sabine Kerner.
Wie groß ist die Ansteckungsgefahr für Geimpfte?
Wie wahrscheinlich ist es, sich auch als Geimpfter oder Genesener in Räumen mit dem Corona-Virus anzustecken? Vor dieser Frage steht zwangsläufig jeder Restaurant-Besucher.
Schließlich ist längst bekannt, dass auch Geimpfte zu Infizierten werden können - besonders tückisch, wenn sie dabei frei von Symptomen bleiben.
Ein Aerosol-Rechner, vom Max-Planck-Institut entwickelt, bietet die Option, dieses theoretische Risiko durchzuspielen - bezogen auf die Delta-Variante (www.mpic.de unter dem Stichwort Risk-Calculator).
Wenn sich beispielsweise neun Personen zwei Stunden lang in einem 60 Quadratmater großen Gastraum aufhalten und eine dieser Personen unerkannt infiziert ist, liegt die Ansteckungswahrscheinlichkeit bei zwei Stunden Aufenthaltsdauer bei unter einem Prozent - vorausgesetzt, der Raum verfügt über eine funktionierende Belüftungsanlage. Sollte die Lüftung aus gekippten Fenstern bestehen, stiege die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckungs trotz Impfung auf drei Prozent.
Die deutlich bessere Alternative ist das Stoßlüften in Intervallen von 45 Minuten. Bei 100 Quadratmetern Raumgröße und 30 Restaurantbesuchern liegt die Wahrscheinlichkeit der Infektion im Fall der Delta-Variante beim Stoßlüften in dreiviertelstündigem Abstand bei unter einem Prozent.
Inzwischen ist auch in der Region die Omikron-Variante auf dem Vormarsch. Aktuell gibt es 136 Omikron-Fälle