236 Schüler der Regiomontanus-Schule erreichten das Fachabitur. Rektor Anton Staudigl und Bürgermeister Claus Bittenbrünn aus Königsberg zeichneten die Schulbeste, Marina Macheleid, die einen Notendurchschnitt von 1,3 vorweisen konnte, mit dem Regiomontanuspreis aus. Die Jahrgangsbesten der Ausbildungsrichtung Sozialwesen, Miriam Rohse, Technik, Agnes Menke, und Wirtschaft, Nico Hildebrandt, erhielten die Königsbergmedaille. "Das ist gute Tradition", erklärte Bittenbrünn am Donnerstag zur Entlassfeier im Kongresshaus Rosengarten.

Bis 1919 habe die Stadt Königsberg dem Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha angehört, bevor sie dem Freistaat Bayern angeschlossen worden sei. Der Namensgeber der staatlichen Fachober- und Berufsoberschule, Johann Müller, genannt "Regiomontanus" (der Königsberger), sei 1436 in Königsberg geboren worden und ein bedeutender Astronom und Mathematiker gewesen, so Bittenbrünn.


Eine "bemerkenswerte Dame"

"Lassen Sie uns gemeinsam eine bemerkenswerte Dame feiern", sagte er an die Adresse der Schulbesten gewandt. Er bezeichnete Marina Macheleid als "geistreich" und lobte ihre klugen und hilfreichen Beiträge. "Sie stellte sich nie in den Vordergrund", sagte er. Den Sozialpreis, der von Regina Hüttner vom Förderverein verliehen wurde, heimste Felix Wohlleben ein. Er habe sich in bemerkenswerter Art und Weise um das Schulwesen verdient gemacht, sagte sie, ob nun als Techniker, Schauspieler in der Schultheatergruppe oder beim Planspiel Börse, wo er mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde. "Er ist jemand, der die Dinge am Laufen hält, wenn andere abspringen."

Anton Staudigl machte den Fachabiturienten klar, dass der Erfolg "viele Mütter und Väter" habe. Er dankte allen Mitwirkenden, voran den Familien, den Lehrkräften, der Verwaltung, dem Schulleitungsteam, dem Förderverein, dem Elternbeirat und der Schülermitverwaltung. Einen besonderen Dank richtete er an die Bildungspartner der Schule, die Stadt und den Landkreis Coburg, die dafür verantwortlich seien, dass "wir im nächsten Schuljahr in neuen (Chemie-)räumen mit zeitgemäßer Ausstattung unterrichten".


Der Erwerb der Fachhochschulreife ist "die Lizenz zum Weiterlernen"

"Sie werden alleine mit dieser Qualifikation keinen Cent verdienen können", mahnte er. Der Erwerb der Fachhochschulreife verpflichte zum Weiterlernen. Die Gesellschaft habe in die Schüler investiert, fuhr er fort, "jetzt muss die Rendite kommen." Reife bedeute auch Mündigkeit und Verantwortungsbereitschaft "Unsere Demokratie braucht mündige Bürger, die sich einmischen in Politik und Ehrenamt", betonte er. Er selbst habe jahrelang als Sanitäter Dienst in einer Rettungswache getan. "Feuerwehr, Rotes Kreuz, ASB, THW und all die anderen Hilfsorganisationen brauchen Sie."

Für stehende Ovationen sorgte die Solistin Lea Schamberger. Sie sang das Lied "The A-Team" von Birdie und erntete riesigen Applaus. Maximilian Grempel hielt mit seinem "hübschen Accessoire", Schulkollegin Nathalie Schwamm, die er sich als "Verstärkung" mit auf die Bühne genommen hatte, die Abschlussrede. Die zwei Jahre Vorbereitungszeit bis zur Fachhochschulreife hätten nicht nur ihre lichten Seiten gehabt, erklärten die beiden. "Das war ein bisschen wie Schwangerschaft und Pubertät gleichzeitig." Sie verglichen das Verhalten der Abiturienten mit "pubertierenden Babys" und ernteten dafür viele Lacher.


Katharina will Beamtin werden

Die Neustadterin Katharina Faber, die einen Notendurchschnitt von 1,7 erzielte, verriet ihre Pläne nach dem Fachabitur. "Ich studiere Diplom-Verwaltungswirtin in Hof", sagte sie, "das ist ein duales Studium beim Staat. Ich werde Beamtin." Gleich ihre erste Bewerbung sei erfolgreich gewesen, erklärte die 19-Jährige. Sie machte anderen Schülern Mut: Ihre schulische Laufbahn sei nicht geradlinig verlaufen, gab sie preis. "Ich habe im Gymnasium die zehnte Klasse wiederholt und bin dann auf die Fachoberschule gewechselt. Dort bin ich dann durchgestartet."

Ähnlich verhielt es sich bei Maximilian Grempel. Auch er habe wie seine Schulkollegin das Gymnasium nach der zehnten Klasse verlassen, sagte er, "weil es nicht gepasst hat." Auch für ihn ging die Rechnung auf. Die Berufliche Oberschule in Coburg "war für mich die passende Alternative". Nun will der 18-Jährige, der einen Notendurchschnitt von 1,7 erzielte, Psychologie studieren und hat sich an vier hessischen Universitäten beworben. Allerdings liege der Numerus Clausus, also die Zugangsbeschränkung, in dem Studiengang relativ hoch, erklärte der junge Mann. "Sollte ich abgelehnt werden, werde ich an der FOS noch zusätzlich die 13. Klasse absolvieren und meine Hochschulreife obenaufsatteln."


Die 14 Ausgezeichneten der Regiomontanus-Schule, alle mit einer Eins vor dem Komma:

Marina Macheleid (Schulbeste); Miriam Rohse (Jahrgangsbeste Sozialwesen); Agnes Menke (Jahrgangsbeste Technik); Nico Hildebrandt (Jahrgangsbester Wirtschaft); Johannes Böhmer, Mirco Sauerbrey; Amelie Kotschy; Maximilian Grempel; Anna-Lena Lieb; Katharina Faber; Johanna Stenglein; Lena Backert; Leon Gärtner; Jannik Wolf.