"Es ist mein größtes Glück in meiner gesamten Lehrerkarriere und eine große Bereicherung." Dies sagte ein Lehrer der Mittelschule Oeslau zum Rektor der Mauritiusschule, Stephan Schwarzenberger, was ihn "mit großem Stolz und Freude" erfüllt habe, wie Schwarzenberger in einem Gespräch anlässlich des Sommerfestes der Mauritiusschule erläuterte. Gefeiert wurde, dass sich die Schule in Ahorn "Profilschule Inklusion" nennen darf. Schwarzenberger kann mit Fug und Recht als der Motor des Inklusionsprojektes bezeichnet werden.
Im Oktober 2015 verlieh der bayerische Kultusminister Ludwig Spänle (CSU) in München das Profil Inklusion an die Mauritiusschule - als einer der ersten beiden Förderschulen in Oberfranken.


Damit wurde gewürdigt, dass die Mauritiusschule seit dem Schuljahr 2001/2002 gemeinsamen Unterricht für Schüler mit und ohne Förderbedarf in Partnerklassen an verschiedenen Grund- und Mittelschulen in Stadt und Landkreis Coburg verwirklicht. Es gelang nahezu jedes Jahr, mit einer neuen Partnerklasse an einer Grundschule zu starten. Das kann als Erfolgsmodell bezeichnet werden, an dem derzeit rund 30 Kinder der Mauritiusschule beteiligt sind.

Ein entsprechendes Schild mit dem Aufdruck "Schulprofil Inklusion" wurde damals in München überreicht. Im Rahmen des Schulfestes am Samstag wurde die Tafel an der Außenwand des Eingangsbereiches angebracht.


Beide Seiten profitieren

Die Auszeichnung sei ein Gütesiegel für erfolgreiche und nachhaltige inklusive Schulentwicklung, die auch Sport-, Schul- und Theaterprojekte beinhalte, wurde bei der Feier betont. Die gesamte Schulfamilie engagiere sich beispielhaft und nehme zusammen mit der Heilpädagogischen Tagesstätte vielfältig am kulturellen und kommunalen Leben teil.

An dem Projekt Inklusion der Förderschule in Ahorn beteiligen sich die Grundschulen der Klassen 1 bis 4 aus dem Heimatring und der Melchior-Frank-Schule Coburg, der Johann-Gemmer-Schule Ahorn, der Schule Wildenheid-Haarbrücken und die 7. Klasse der Mittelschule Oeslau. Christine Heider von der Melchior-Frank-Schule stellte fest: "Diese Klassen bringen für Kinder eine wertvolle Erfahrung und es profitieren beide Seiten."
Dass dies zutrifft, bewiesen die gemeinsamen Auftritte aller Inklusionsschüler aus den Partnerklassen vor den Augen der Eltern auf einer Bühne in der Turnhalle.