"Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe" schlug die evangelische Kirchengemeinde Untersiemau. Zum ersten Mal fand der "Mach mal Pause Nachmittag" in der Kirchengemeinde statt, er wurde genutzt, um die die neue Blühwiese der Kirchengemeinde offiziell ihrer Bestimmung zu übergeben. Die Blühwiese befindet sich unmittelbar neben dem Wasserhochbehälter am Rande des Neubaugebietes am Ende der Hohen Straße.

Bereits Anfang 2010 hat Pfarrer Heinrich Arnold das Bienenbündnis Untersiemau zusammen mit einigen Mitstreitern, gegründet. Auch die evangelische Kirchengemeinde Untersiemau ist dort Mitglied und war jetzt schließlich Initiator der Blühwiese. Damit will die Salvatorgemeinde Untersiemau ihre Verantwortung für die Schöpfung wahrnehmen, worüber sich Pfarrer Heinrich Arnold sehr freute.

Viele Einzelpersonen, aber auch Institutionen und Firmen ließen sich vom dem Engagement der Kirchengemeinde anstecken und unterstützten das Projekt. Rund 40 Förderer und Gemeindemitglieder nahmen an der Einweihung teil.

Auf der neuen Blühwiese, die bereits im Sommer voll geblüht und viele Insekten und Vögel angelockt hat, war auf 5000 Quadratmetern, einem halben Hektar, eine spezielle Samenmischung, die aus Freising stammte, ausgesät.

Ursprünglich ein Acker

Die Blühwiese war ursprünglich ein Acker von Landwirt Daniel Paschold. Der Aufwand sei groß gewesen, berichtete der Landwirt. Es habe auch Probleme gegeben, das richtige Saatgut zu bekommen. Denn es sollte eine Samenmischung sein, die auch Trockenperioden übersteht. Paschold bedankte sich bei einem heimischen Landhandel für die gute Unterstützung sowie beim Wildlebensraumberater vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Karl Gommel, der dem Landwirt beratend zur Seite stand.

Nachdem das Feld die Frostperiode hinter sich gebracht hatte, wurde am 22. Mai das Saatgut in die Erde gebracht. Hierfür mussten die Maschinen des Landwirts speziell eingestellt werden, denn es durfte nur ein Gramm auf den Quadratmeter gesät werden und der Samen darf auch nicht zu tief in die Erde, wie Daniel Paschold ausführte. Das die Arbeiten perfekt ausgeführt wurden, zeigte das Blütenmeer im Sommer auf dem Acker. Auch der Regen habe dazu beigetragen. Außerdem ging der Landwirt auf die Kosten ein. Das spezielle Saatgut koste rund 350 Euro pro Hektar, Getreide dagegen nur 60 Euro pro Hektar. Die neue Blühwiese solle mindestens drei Jahre stehen bleiben und sich stetig selbst erneuern. Auch für den Boden sei dies sehr gut, wusste der Landwirt.

Pfarrer Heinrich Arnold eröffnete den "Mach mal Pause Nachmittag" mit einer Bibellesung aus der Schöpfungsgeschichte im 1. Buch Mose. Nur mit Hilfe von Spenden - es sind rund 3000 Euro - zusammengekommen, konnte das Projekt vom Kirchenvorstand der Salvatorkirchengemeinde realisiert werden. Neben dem Saatgut wurden damit auch die umfangreiche Arbeit des Landwirts sowie die informativen Schautafeln, die an der Blühwiese aufgestellt wurden, finanziert, wie Heinrich Arnold ausführte.

"Neue Blütenpaten sind immer herzlich willkommen", sagte der Untersiemauer Pfarrer, denn dann sei es möglich, weitere Blühflächen anlegen zu können. Wildraumberater Karl Gommel machte mit einigen interessierten Teilnehmern einen kleinen Exkurs ins Feld und erklärte die verschiedenen Pflanzen, gab aber auch Tipps für die Anlage einer Blühwiese.