Ein Stück Regenwald war der Preis für die Abiturleistung von Ann Katrin Melcher. Die Schülerin des Gymnasiums Albertinum räumte den Biozukunftspreis 2017 der Stiftung "natur mensch kultur" für ihr herausragendes Interesse und besondere Erfolge in Biologie ab. Neben einem Buch über den Naturforscher und Entdecker Alexander von Humboldt erhielt die frischgebackene Abiturientin eine Urkunde über den symbolischen Kauf einer 500 Quadratmeter großen Urwaldfläche.

Diesen Preis nahm der Rektor, Stefan Adler, zum Anlass, auf Kosten des Fördervereins eine gemeinsame Reise nach Brasilien vorzuschlagen, um zu schauen, ob der Preis auch "adäquat" sei. Adler lobte den Verein, der stets Preise und Prämien für die sehr guten Gesamt- und Seminarleistungen und weitere herausragende Leistungen der Abiturienten in einzelnen Fächern übernimmt. Ihn freue es, wenn "seine" Schüler fleißig Preise einheimsten, sagte er anlässlich der Abschlussrede im Kongresshaus am Freitag, aber der Förderverein blute bei der Vergabe der vielen Förderungen - vor allem in diesem Jahr.


Wie ein offenes Buch

"Hinter Euch schließt sich ein Kapitel und gleichzeitig schlagt ihr ein neues auf", richtete Adler seine Worte an die 60 Abiturienten, von denen 22 Schüler eine Eins vor dem Komma haben. Er verglich die Situation der Abiturienten mit einem "offenen Buch", das jetzt vor ihnen liege und mit vielen ungeschriebenen Kapiteln auf sie warte. Die Fragen über Fragen, die auf die Absolventen jetzt zukämen, könne er ihnen allerdings nicht beantworten, sagte er. Stattdessen zitierte er Heinrich Heine: "Nur ein Narr wartet auf Antwort" - und Mahatma Gandhi: "Sei du die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt."

Einen Hinweis und Ratschlag gab er den scheidenden Albertinern dennoch mit auf den Weg: "Euer Leben wird gelingen, wenn ihr es liebt und die Aufgaben nicht als Last und als unüberwindlich empfindet." Die ehemaligen Gymnasiasten sollten eingefahrene Spuren verlassen und es riskieren, gegen den Wind zu segeln. "Macht euer Ding", riet er.


Eine launige Feier

Die Übergabe der Abiturzeugnisse geriet zu einer launigen Veranstaltung, bei der die Abiturienten zur Wahl ihres eigenen Musikstückes - ob AC/DC, Pop, Rock oder Klassik - auf die Bühne gebeten wurden, was nicht immer reibungslos klappte. Valentino Tezel nutzte sein Stück für einen perfekten "Moonwalk" à la "the King of Pop is back" und Willy Karl, der einen Sonderpreis der Schule für besonders soziales Engagement für die Schulgemeinschaft einheimste, nutzte die Gelegenheit, ein bisher vergessenes Schulbuch beim Direktor persönlich abzugeben. Dieser hatte vorher verkündet: "Wer das Abiturzeugnis nicht im Original vorfindet, möge dieses doch bitte im Tausch gegen sein Buch einlösen."

Eine "perfekt gegoogelte" Abiturrede über ihre Schulzeit gaben Paulina Zesewitz und Valentino Tezel zum Besten und hatten damit die Lacher auf ihrer Seite.

Ausgestaltet wurde die Feier vom schuleigenen sinfonischen Streichorchester, dem sinfonischen Bläserorchester und Solisten mit Gesang, Gitarre und Cajón. Johanna Schrimpl wurde als Jahrgangsbeste und Anna-Maria Geist als zweitbeste ihres Jahrganges (beide haben einen Notendurchschnitt von 1,0) ausgezeichnet.
29 Abiturienten erhielten Preise und Prämien für ihre sehr gute Gesamtleistung in den Abiturprüfungen, Preise für überragende Seminararbeiten und besondere Leistungen, Stipendien und Mitgliedschaften.


Preisträger

Elena Abadjian; Laura Blümig; Leon Büttner; Lena Dejosez; Anna Dupreé; Luise Freitag; Anna-Maria Geist; Leon Günther; Leonhard Heinrich; Lara Herrmann; Irina Ignatova; Willy Karl; Luzie Keßler; Lea-Marie Mayer; Christina Mees; Ann Katrin Melcher; Fabiola Melchior; Anna Müller; Luisa-Marie Oehm; Eva Oster; Benjamin Pfister; Alena Priesner; Johanna Rieger; Marcel Schmalz; Maria Schnaus; Johanna Schrimpl; Lina Weigelt; Lisa Welsch; Dorothee Winkler nau