"Effect's & more" ist das Motto der großen Gala, zu der die Coburger Effect's eigentlich für den 28. März eingeladen hatten. Dass aus dem Motto jetzt "Effect's & Mohr" werden könnte, ist - so komisch es klingt - dem Coronavirus zu verdanken. Wegen der Ausbreitung des Erregers und der Maßgabe der Stadt Coburg, Veranstaltungen mit mehr als 200 Teilnehmern abzusagen, kann die Gala nicht am 28. März stattfinden. Matthias Schikora, Präsident der Tanzsportgarde Coburger Mohr, hat den Effect's für den Ausweichtermin am Samstag, 16. Mai, die Unterstützung seines Vereins zugesagt, was angesichts der traditionellen Konkurrenzsituation einer kleinen Sensation gleichkommt.

"Der Wettkampf gehört auf die Bühne, außerhalb sollte man gerade in Zeiten wie diesen zusammenstehen", betonte Bianca Kühn aus dem Effect's-Vorstand bei einem Pressetermin am Donnerstag. Matthias Schikora kann das nur unterstreichen: "Wenn sie uns brauchen, sind wir dabei", versicherte er den Effect's-Vertretern. Ein Angebot, das diese gerne annehmen: "Wir brauchen Euch!", sagte Bianca Kühn.

"Ohne Ausweichtermin wäre die Absage für uns existenzgefährdend", betonte Effect's-Vorstand Markus Wagner. Zum Glück sei die Abstimmung mit allen Beteiligten sehr konstruktiv und unbürokratisch gelaufen. Nun soll die Gala, die immer den Sessionsabschluss für die Effect's markiert, am 16. Mai stattfinden - mit kleinen Veränderungen im Programm.

Fast alle vorgesehenen Künstler hätten für den Ersatztermin zugesagt, allen voran Stargast Sarah Lombardi, so Wagner. Tänzerinnen vom Coburger Mohr könnten voraussichtlich das Programm erweitern.

Bisher seien schon rund 1400 Karten für die Gala in der HUK-Arena verkauft, so Wagner. Diese behielten natürlich auch für den 16. Mai ihre Gültigkeit. Der Vorverkauf laufe für den neuen Termin unverändert weiter.

Ihnen allen sei klar, dass die Gesundheit der Mitglieder, Gäste und der Bevölkerung Vorrang habe, betonte Markus Wagner. Dennoch brächten die Einschränkungen durch die Ausbreitung des Corona-Virus, etwa die Absagen der Finalrunden der Deutschen und der Süddeutschen Meisterschaften, Vereine wie die Effect's oder auch den Coburger Mohr, die ausschließlich ehrenamtlich geführt werden, an den Rand ihrer Existenz.

Beide Vereine hatten Busse für die Wochenendveranstaltungen gebucht, dazu Hotelzimmer für mehrere Hundert Personen. "Rund 20000 Euro hat der Verein verauslagt", rechnet Schikora vor. Zum Glück zeichne sich ab, dass alle Beteiligten etwaige Kosten für Karten und Übernachtung übernehmen würden, so der Mohren-Präsident. Bei den Effect's lässt man juristisch prüfen, wie man den finanziellen Schaden so gering wie möglich halten kann.

Sollten die Finalturniere doch noch angesetzt werden, stellt das die beiden Vereine vor neue organisatorische Probleme: Derzeit ist nicht klar, wie lange der Trainingsbetrieb noch weiter laufen kann. "Die Kinder sind jetzt auf ihrem Leistungshöhepunkt", sagte Bianca Kühn. So ein Stand lasse sich nicht über Wochen aufrecht erhalten. Zudem müsse man eigentlich jetzt schon an die neue Saison denken, die im Mai beginnt. Würden die Finals später angesetzt, würde das den Zeitplan komplett durcheinander bringen.