Großer Andrang in der Heilig-Kreuz-Kirche. Gemeinschaftskonzert mit dem Chor "A cappella Bavarese" und dem "Vocalensemble Coburg" - diese Ankündigung lockt Musikfans in Massen an. Bis hinauf auf die zweite Empore füllen sie das Gotteshaus an der Itz und erleben die Begegnung zweier Chöre, die äußerlich sehr unterschiedlich scheinen, trotzdem aber manche Gemeinsamkeiten besitzen.


Mit Gesang musikalische Genre-Grenzen überwinden

Auf der einen Seite ein großer gemischter Chor mit rund 60 Stimmen - auf der anderen Seite die knapp zwei Dutzend Frauenstimmen des "Vocalensembles Coburg". Beide Chöre aber verbindet unüberhörbar das Bestreben, musikalische Genre-Grenzen zu überschreiten, klassischen A-cappella-Gesang beispielsweise mit Pop-Songs zu verbinden. Beide Chöre verbindet aber auch der Enthusiasmus ihrer Dirigenten, die sich nicht nur als Interpreten, sondern gleichsam auch als künstlerische Animateure verstehen.

So beschränkt sich Reinhold Wirsching als künstlerischer Leiter von "A cappella Bavarese" nicht nur darauf, seinen Chor möglichst präzis zu leiten und eine fein differenzierte dynamische Skala zu entfalten. Wirsching, der den überwiegend aus Lehrern aus ganz Bayern bestehenden Chor seit 1998 dirigiert, geht es spürbar immer auch darum, das Publikum möglichst unmittelbar anzusprechen.


Ausgewogener Gesamtklang

Die Basis dafür freilich ist eine gründliche Probenarbeit, die stets präzis textbezogene Interpretationen ermöglicht - von "Der Mai ist gekommen" bis "Deep River", von "Es klappert die Mühle" bis zum Sting-Hit "Englishman in New York". Dabei überzeugt der Chor durch seinen stets ausgewogenen, abgerundeten und tragfähigen Gesamtklang.

Das Publikum möglichst unmittelbar ansprechen - das ist auch das Markenzeichen des "Vocalensembles Coburg", das mit seiner stets auch moderierenden Leiterin Steffi Berg längst eine bemerkenswert große Schar von Fans in der Region gewonnen hat. Pop-Hits und Filmmusik, dazu Gospel-Melodien - so präsentiert sich das "Vocalensemble Coburg" auch beim Gemeinschaftskonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche, bei dem beide Chöre abwechselnd jeweils zwei Programmblöcke übernehmen.

Den Abschluss, dirigiert von Reinhold Wirsching, bildet dann ein gemeinsam gesungenes Gospelstück: "Cert"nly Lord". Spätestens hier kennt die Begeisterung des Publikums keine Grenzen mehr.