• Dörfles-Esbach: Bürgermeister-Wahl am kommenden Sonntag, 24. April 2022
  • Nach 16 Jahren im Amt: Bürgermeister Udo Döhler wegen Krankheit ausgeschieden
  • "Braucht Veränderung": SPD-Fraktion wirbt offen für CSU-Kandidat Sascha Schmidt

In Dörfles-Esbach (Landkreis Coburg) wird am kommenden Sonntag, 24. April 2022, ein neuer Bürgermeister gewählt. Der aktuelle Bürgermeister Udo Döhler (UBV) hatte sein Amt wegen einer Erkrankung vorzeitig niedergelegt. Döhler war seit 2005 und damit über 16 Jahre lang Oberhaupt der Gemeinde. Der Unabhängige Bürgerverein Dörfles-Esbach stellt die meisten Mitglieder im Gemeinderat - und will mit dem bisher dritten Bürgermeister Torsten Dohnalek auch weiterhin das Rathaus anführen. Doch es gibt Rückenwind für Dohnaleks Gegner: SPD-Fraktion und Ortsverein haben sich nur wenige Tage vor der Wahl demonstrativ hinter Sascha Schmidt (CSU) gestellt. 

"Braucht Veränderung": SPD in Dörfles-Esbach will künftig CSUler als Bürgermeister 

"Die Dörfles-Esbacher Genossinnen und Genossen aus Fraktion und Ortsverein haben sich für eine Wahlempfehlung zugunsten des Bürgermeister-Kandidaten Sascha Schmidt (CSU) ausgesprochen", heißt es in einem öffentlichen Statement von Sonntagmittag (17. April 2022). Man sei "der Meinung, dass es eine Veränderung braucht, dass wir zukünftig einen Bürgermeister haben, der sowohl die wirtschaftliche als auch die soziale Kompetenz hat und sich fachmännisch beraten lässt, wie diese Zukunft für unsere Gemeinde und ihre Bürger möglichst gut gelöst werden kann", heißt es weiter. 

Schmidt scheine den Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen "besonders dafür geeignet zu sein, in einem konstruktiven, zielführenden Miteinander im Gemeinderat die anstehenden großen Aufgaben der Gemeinde zu meistern", so die Erklärung. Warum sich die örtliche SPD so stark für jemanden aus der CSU einsetzt? "In der Kommunalpolitik geht es, die Belange der Bürger umzusetzen und nicht darum, parteipolitische Ideen in die Kommunalpolitik zu tragen", schreibt Detlef Wilhelm vom SPD-Ortsverein

Die Partei verbindet die eindeutige Wahlempfehlung auch mit einer allgemeinen Aufforderung, seine Stimme zu nutzen. "Es ist ein Privileg, welches ein Großteil der Menschen auf dieser Welt nicht hat", betont Wilhelm. Es gehe "um den Menschen, der meinen Lebensort repräsentiert und die politischen Geschäfte in der Hand hat. Gehen Sie zur Wahl."

Sascha Schmidt (CSU) will als Pizzabäcker und "Macher" punkten - das möchte sein Gegner

Dem baldigen Ex-Bürgermeister Udo Döhler wurde von der politischen Konkurrenz häufig vorgeworfen, dass er selbst in Rödental und nicht in Dörfles-Esbach wohnt. Trotzdem wurde Döhler gleich zweimal mit riesigen Mehrheiten im Amt bestätigt. Die UVB ist in der 4000-Seelen-Gemeinde eine politische Macht und stellt neben dem Rathaus-Chef auch acht von insgesamt 16 Sitzen im Gemeinderat

Die CSU kommt derzeit auf fünf Sitze, SPD/Freie Liste auf drei Sitze. Doch die Christsozialen sehen für sich selbst gute Chancen, künftig den Bürgermeister zu stellen. Ihr Kandidat, Sascha Schmidt, ist 41 Jahre alt, Vertriebs-Führungskraft bei Kaeser in Coburg und seit zwei Jahren Mitglied des Gemeinderats. Schmidt setzt im Wahlkampf auch auf persönliche Einblicke. So präsentiert sich der gebürtige Coburger im Netz als passionierter Pizza-Bäcker, Fahrradfahrer und zeigt ein Bild seines Hausbaus, unter dem er sich selbst "Macher" nennt.

Politisch wolle Schmidt unter anderem den Klinikneubau auf dem ehemaligen BGS-Kasernengelände unterstützen, eine nachhaltige Klima- und Energiepolitik betreiben und mehr Wohnraum schaffen, heißt es dort. Auch Gegenkandidat Dohnalek setzt sich für den Klinikneubau ein - und betont gerne seine langjährige Erfahrung im Gemeinderat. Der Sozialpädagoge will sich außerdemfür die Feuerwehr engagieren, stehe für mehr Bürgerbeteiligung und umweltbewussteres Bauen. Wie auch immer die Wahl am Sonntag ausgeht, eines ist bereits jetzt klar: Um den Wohnort des künftigen Bürgermeisters gibt es künftig vermutlich keine Diskussionen mehr: Denn auch Dohnalek wohnt in Dörfles-Esbach.