• Dörfles-Esbach: Udo Döhler (UBV) verabschiedet sich nach über 16 Jahren aus Amt 
  • Langjähriger Bürgermeister geht vorzeitig - wegen gesundheitlichen Problemen 
  • "Doch einiges richtig gemacht": Lokalpolitiker geht nochmals auf ewigen "Makel" ein
  • "Wird mir immer in Erinnerung bleiben": 60-Jähriger blickt wehmütig zurück

Der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Dörfles-Esbach (Landkreis Coburg), Udo Döhler (UBV), hat sich in einem emotionalen Schreiben von seinem Amt verabschiedet. In dem Statement geht der 60-Jährige auch auf die häufigste Kritik ein, mit der er während seiner Zeit als Rathaus-Chef immer wieder konfrontiert wurde. Einblick in seine Gefühlswelt gibt Döhler bei dem Grund für sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt: der eigenen Gesundheit. 

Nicht "ohne erheblichen Schaden an meiner Gesundheit": Bürgermeister geht auf Rücktritt ein 

Seinem Amtsnachfolger wünscht Döhler "viel Erfolg, immer eine glückliche Hand bei allen Entscheidungen und mindestens die gleiche Unterstützung und Wertschätzung, die ich in den vergangenen fast vier Jahrzehnten bei der Gemeinde von Ihnen erfahren durfte". Am 30. April 2022 sei nach über 37 Jahren "mein wichtigster und längster Lebensabschnitt" zu Ende gegangen, so der 60-Jährige.

Und geht dann auf eine häufige Kritik ein, die ihn wohl durch alle Amtsperioden begleitete: "Sie schenkten mir dreimal mehrheitlich Ihr Vertrauen und wählten mich in das Amt, obwohl ich nicht in Dörfles-Esbach wohne. Das bestätigt mir, dass ich in der Zeit bei der Gemeinde doch einiges richtig gemacht haben muss", schreibt Döhler.

"Ich hoffe, dass Sie im Rückblick sagen können, dass ich der Bürgermeister für Sie alle war", so Döhler. Er habe das Amt nicht mehr "mit ganzem Herzen und vollem Einsatz weiterführen" können, ohne "erheblichen Schaden an meiner Gesundheit zu nehmen". Die Gemeinde Dörfles-Esbach habe sich im Rückblick "enorm weiterentwickelt". Sie sei nun "eine beliebte Wohngemeinde mit allen wichtigen Infrastruktureinrichtungen und zahlreichen starken Gewerbe-, Handels- und Handwerksbetrieben", so der 60-Jährige. 

Döhler dankt Menschen in Dörfles-Esbach - keine persönlichen Anfeindungen

Döhler betont, er habe mit seiner Arbeit versucht, "jedem gerecht zu werden". Dies habe "naturgemäß nicht immer geklappt". Teilweise habe es Kritik an seiner Arbeit gegeben, dies sei aber "ganz normal".

Von einer Sache sei er glücklicherweise verschont geblieben: "Persönliche Anfeindungen, Drohungen und Beleidigungen habe ich, entgegen immer häufigerer Pressemitteilungen über andere Amtsträger, nicht erfahren. Dafür danke ich Ihnen ganz ausdrücklich." Und wird dann emotional: In Dörfles-Esbach habe er "viele neue Freunde gewonnen, unzählige schöne Begegnungen gehabt, Veranstaltungen gemeinsam begangen und ausgelassene Feste gefeiert. Das wird mir immer in Erinnerung bleiben". 

Er gehe zudem mit "Wehmut, aber auch mit Freude in meinen neuen Lebensabschnitt, der hoffentlich noch möglichst lange vieles Schönes, Neues und Aufregendes für mich bereithält", so Döhler. Der Ex-Bürgermeister in Dörfles-Esbach freue sich besonders "auf weiterhin viele nette Begegnungen". 

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