Durch das Vereinsheim des TSV Sonnefeld hallt eine angeregte Diskussion. Kein Wunder, denn auf der Hauptversammlung steht, nach dem alljährlichen Rückblick auf die sportlichen Erfolge des Vereins, ein Tagesordnungspunkt an, der die Gemüter erhitzt: Der VfL Frohnlach spielt mit dem Gedanken, mit dem TSV Sonnefeld zu fusionieren - nun beratschlagen die Mitglieder des TSV, ob die Vorstandschaft des TSV nach der Anfrage des VfL ein Konzept zur zukünftigen Zusammenarbeit erstellen soll.

In der Diskussion treffen die Meinungen von Skeptikern und Visionären aufeinander. "Tatsächlich könnte eine Fusion dem TSV sportliche und finanzielle Möglichkeiten bringen", erklärt Dieter Reißenweber, Klubvorsitzender des TSV. Der größte Vorteil, der bei einer Fusion winken könnte, sei wohl der neu dazugewonnene Platz. "Der TSV könnte so das Stadion des VfL mitnutzen - und das ist schließlich landesligawürdig", sagt er. Allerdings dürfe man auch nicht außer Acht lassen, dass die genauen Folgen einer Fusion zum jetzigen Zeitpunkt dennoch noch nicht gänzlich abzusehen seien. Deshalb müsse vor Fusionsgesprächen mit dem VfL ein umfangreiches Konzept erarbeitet werden. "Darin werden dann sämtliche Details geklärt - beispielsweise die Art der Fusion, die angestrebt wird, wie das künftige Vereinsleben aussehen könnte und, was am wichtigsten ist, was mit der Jugendabteilung passieren soll", erklärt er.


Mehrheit stimmt einem Fusionskonzept zu

Nun muss der TSV aber noch über mögliche Fusionsbemühungen abstimmen. Dabei spricht sich die Mehrheit der 101 bei der Jahreshauptversammlung anwesenden Mitglieder für die Erarbeitung eines Konzeptes aus - dennoch bedeutet das nicht, dass der Verein einer Fusion nun schon grünes Licht gegeben hat. "Erst am Freitag wird sich herausstellen, ob der VfL an seinen Fusionsplänen mit uns festhält - denn da ist Jahreshauptversammlung des VfL, bei der es diesbezüglich ein Mitgliedervotum geben wird", erklärt Dieter Reißenweber. Nur, wenn dort noch immer das Interesse an einer Fusion bekundet werde, werde die Vereinsspitze am Fusionskonzept arbeiten. "Und selbst dann ist noch nichts entschieden, denn sollte es so weit kommen, müssen wir unser Fusionskonzept sowohl dem VfL als auch unseren eigenen Mitgliedern schmackhaft machen", sagt er. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des TSV würde dann noch einmal über das erarbeitete Fusionskonzept abgestimmt werden. Die Sondersitzung würde Ende Februar einberufen werden. "Da müssten dann zwei Drittel der Mitglieder zustimmen, damit mit dem Konzept weitergearbeitet werden könnte", erklärt Dieter Reißenweber.

Neben den Fusionsverhandlungen ehrte der TSV aber auch langjährige Mitglieder. Für 25 Jahre Treue zum Verein erhielten Frieder Bauersachs, Maik Friedrich, Heiko Köstner und Florian Schmidt eine Auszeichnung. Norbert Hager und Norfried Hager wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft im TSV gewürdigt. Herbert Scheler wurde zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.