Vier weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Corona vermeldete das Gesundheitsamt Coburg am Dienstag (01. Dezember 2020). Damit ist die Zahl der an Corona Verstorbenen auf insgesamt 49 gestiegen. Alle vier Todesfälle wurden im Landkreis verzeichnet. Dort wurde seit einer Woche fast täglich ein neuer Todesfall vermeldet. Am Dienstag voriger Woche (24. November) waren es noch 32 Tote seit Beginn der Pandemie im Frühjahr, inzwischen sind es 43. In der Stadt Coburg wurde in der vergangenen Woche kein Corona-Todesfall registriert. Hier sind bislang sechs Menschen gestorben.

Wie sehr die Pandemie die Region inzwischen im Griff hat, lässt sich nicht nur an den hohen Inzidenzwerten im Raum Coburg und Umgebung ablesen: Auf der Website des Robert-Koch-Instituts lag dieser Wert (Zahl der Neu-Erkrankten der letzten sieben Tage, bezogen auf 100.000 Einwohner) für den Landkreis Coburg am Dienstag bei 273,2 für die Stadt bei 148,5. Die Pandemie zeigt sich auch darin, dass das Gesundheitsamt Coburg schon Ende vergangener Woche einen Aufnahmestopp in einigen Stationen des Klinikums Coburg verhängte. Bei Patienten beziehungsweise Mitarbeitern der Stationen seien Covid-19-Erkrankungen diagnostiziert worden, erläutert Corinna Rösler, Pressesprecherin des Landkreises Coburg, wo das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis angesiedelt ist. Die Stationen sind nun komplett isoliert.

Aufnahmestopp in Coburg: Einige Stationen dicht

Das macht die Situation fürs Klinikum komplizierter, wie Regiomed-Sprecher David Schmitt erläutert. Zwar sei die Versorgung von Notfallpatienten sichergestellt, und es könnten auch Patienten aufgenommen werden. Die Lage spitze sich aber auch deshalb zu, weil die viele Covid-19-Infizierte im Krankenhaus bleiben müssen, obwohl das aus medizinischer Sicht nicht mehr erforderlich wäre. Doch die Seniorenheime und die häuslichen Pflegedienste sehen sich nicht in der Lage, diese Patienten zu versorgen. "Wir sehen aufgrund solcher Schließungen kurz- wie langfristig die Versorgungsfähigkeit auch außerhalb von Covid-19-Patienten als nicht mehr gegeben an und haben ein Lösungskonzept zur Sicherstellung dieser Versorgungsfähigkeit ausgearbeitet." Zu diesen Varianten werde sich Regiomed aber derzeit noch nicht äußern, sagt Schmitt.

Doch nicht nur in den Krankenhäusern fordert die Corona-Pandemie neue Regelungen: Am Donnerstagnachmittag tagt der Coburger Stadtrat im Kongresshaus; Thema ist die Generalsanierung des Landestheaters (Sitzungsbeginn: 16 Uhr). Schon bei den bisherigen Stadtratssitzungen waren alle Anwesenden im Kongresshaus aufgefordert, während der ganzen Zeit eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Nun wurde die Regel verschärft: Am Donnerstag sind FFP2-Schutzmasken vorgeschrieben.

Wegen der hohen Corona-Fallzahlen in Neustadt ist dort ab heute das Rathaus für den Publikumsverkehr geschlossen.