Coburg
Auffälliger 54-Jähriger

Mutmaßlicher Rathaus-Brandstifter legte auch vermeintliche "Bombe" - OB berichtet von Drohungen

In Coburg treibt ein 54-Jähriger seit einigen Monaten sein Unwesen. Im August soll er die Autos der Bürgermeister in Brand gesteckt haben. Zuvor habe er dem Oberbürgermeister Dominik Sauerteig gedroht und ihn beschimpft, wie dieser nun berichtet.
Coburger Oberbürgermeister berichtet von Drohungen durch Brandstifter und erstattet Anzeige
Nach dem Coburger Autobrand zeigte sich Dominik Sauerteig (SPD) schockiert. Der mutmaßliche Brandstifter ist für ihn kein Unbekannter. Foto: Feuerwehr Coburg/Sebastian Sorge; Simone Bastian (Archivbild); Collage: inFranken.de
  • Coburg: Mutmaßlicher Brandstifter wurde gegenüber Oberbürgermeister auffällig
  • 54-Jähriger auch für Sprengstoffräumeinsatz und Attacken auf Bayreuther Gebäude verantwortlich
  • "Hatte persönlich Anzeige erstattet": Sauerteig äußert sich nach Beleidigungen 
  • So geht es jetzt für den Mann weiter

Schock für die Coburger Bürgermeister im August: In der Dienstagnacht (23. August 2022) brannten plötzlich die Dienstwagen des Oberbürgermeisters Dominik Sauerteig (SPD) und des 2. Bürgermeisters Hans-Herbert Hartan (CSU) lichterloh. Der mutmaßliche Brandstifter soll auch für einen Einsatz eines Sprengstoffräumkommandos im Februar 2022 verantwortlich sein. Damit nicht genug: Jetzt äußert sich Sauerteig zu "Drohungen und Beschimpfungen" durch den 54-Jährigen.

Mutmaßlicher Coburger Brandstifter festgenommen - Rathaus hatte ihm zuvor Hausverbot erteilt

Der als "psychisch auffällig" eingestufte Mann ist wegen mehrerer Delikte polizeilich bekannt. So sind ihm laut eines Sprechers des Polizeipräsidiums Oberfrankens auch die verdächtige Tüte auf dem Coburger Marktplatz am Samstag (5. Februar 2022) sowie verteilte stinkende Flüssigkeiten in öffentlichen Bayreuther Gebäuden 2016 zuzuschreiben. 

Die Coburger Polizei ermittelte nach der Tüten-Aktion wegen eines Vergehens der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Doch erst nach dem Autobrand nahm die Polizei den 54-jährigen Tatverdächtigen fest. Sauerteig zeigte sich nach dem Brand erschüttert: "Was hätte alles passieren können, wenn die Feuerwehr nicht rechtzeitig eingetroffen wäre und die Dienstwagen rechtzeitig gelöscht hätte?", so sein Kommentar.

Nach der Festnahme äußert sich Sauerteig über weitere Attacken auf ihn und das Rathaus: "Ich hatte schon vor einiger Zeit persönlich gegen den Tatverdächtigen Anzeige erstattet. Er war ja schon vor dem Vorfall mit der Bombenattrappe gegenüber der Stadtverwaltung und mir persönlich mit Drohungen und Beschimpfungen auffällig. Zudem hatte er Hausverbot, da er Mitarbeiter*innen des Rathauses rüde angegangen ist", lässt er inFranken.de mitteilen. 

Coburger OB Sauerteig: Frühere Haft "hätte einiges verhindert"

Der Polizeisprecher bestätigt die Anzeige, spricht aber von Beleidigungen und Verleumdung, die aus Schriftverkehr zum Jahreswechsel 2021/22 hervorgegangen seien. "Es wäre mir natürlich lieber gewesen, wenn er längst in Haft genommen worden wäre", so der Coburger OB.

"Das hätte einiges verhindert. Allerdings verstehe ich als Jurist, dass es im Grenzgebiet zwischen Wahn und Tatverantwortlichkeit nicht einfach ist, eine entsprechende Verurteilung oder Einweisung zu erwirken".

Die Kriminalpolizei Coburg ermittele jetzt, teilt der Polizeisprecher mit. Für die Zwischenzeit habe die Staatsanwaltschaft den Aufenthalt in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.