Der kleine Circus Henry wollte eigentlich schon längst Dörfles-Esbach im Landkreis Coburg verlassen haben. Aber: Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise darf er nicht weiterreisen - er darf aber auch in Dörfles-Esbach keine Vorstellungen geben.

Kurzum: Das Geld wird knapp, vor allem auch für die Versorgung der Tiere. Der Circus Henry hat Kamele, Pferde und Ziegen.

Zirkusse während der Corona-Krise: Peta bittet um Unterstützung

Jetzt meldet sich die Tierrechtsorganisation Peta zu Wort. In einer Stellungnahme heißt es zunächst grundsätzlich: "Das Veranstaltungsverbot aufgrund der Corona-Krise traf Zirkusse gleich zu Beginn der diesjährigen Tourneen, sodass die Unternehmer nun vielerorts in Deutschland festsitzen und nicht auftreten dürfen. Die fehlenden Einnahmen nach der Winterpause bringt insbesondere Zirkusse mit kostspieliger Tierhaltung in eine prekäre Lage; viele Betriebe haben schon öffentlich um Futterspenden gebeten."

Aktueller Stand zum Coronavirus - Jetzt für Newsletter anmelden

Auch mit Blick auf den in Dörfles-Esbach gestrandeten Circus Henry appelliert Peta, dass die Zirkusunternehmen ihre Tiere doch "dauerhaft an Lebenshöfe, zoologische Einrichtungen oder geeignete Auffangstationen" abgeben sollen. Zudem bitte man die zuständige Veterinärbehörde, die Versorgung der Tiere sicherzustellen und die Zirkusunternehmen bei der Vermittlung zu unterstützen.

Mehr zum Schicksal des Circus Henry lesen Sie hier

"Unnatürliche Bedingungen": Peta bittet um Abgabe der Zirkus-Tiere

In der Peta-Pressemitteilung wird Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta, zitiert. Sie sagt: "Viele Zirkusse sind nicht in der Lage, die Tiere in Krisenzeiten ausreichend zu versorgen. Deswegen appellieren wir an betroffene Betriebe, sie nun freiwillig abzugeben und dem Vorbild tierfreier Zirkusunternehmen zu folgen. Tiere gehören ohnehin nicht in einen Zirkus, und spätestens jetzt dürfte angesichts der prekären finanziellen Lage vieler Kleinzirkusse klar sein, dass ihnen ein weiteres Leben im Zirkus erspart bleiben muss."

In Zirkusbetrieben würden laut Peta nicht nur Wildtiere unter den "unnatürlichen Bedingungen" leiden - auch die Haltung von domestizierten Tieren wie Pferden, Rindern oder Ponys sei bei vielen Zirkusbetrieben "mangelhaft". Die Tierrechtsorganisation fordert deshalb ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus.

Zu welchem Coburger "Fall" sich Peta in diesen Tagen ebenfalls zu Wort gemeldet hat, lesen Sie hier

Zirkusse aus Auffangstation für Tiere schlechter Haltung

Bei der Aufnahme von notleidenden Tieren aus Zirkusbetrieben sieht Peta auch zoologische Einrichtungen in der Verantwortung: Diese sollten die, wie es in der Pressemitteilung heißt, "sinnlose Zucht und Zurschaustellung von Tieren beenden" und stattdessen künftig ausschließlich als Auffangstationen für Tiere aus schlechter Haltung fungieren.